Full text: The nature of capital and income

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Dritter Teil 
Ausweitung große Fortschritte machte und es gab Zeiten, in denen 
diese Fortschritte sehr gering waren, oder zu stagnieren schienen. 
Auch in Zukunft werden wir immer mit solchen Schwankungen zu 
rechnen haben. Das 19. Jahrhundert hat uns, namentlich in seiner 
zweiten Hälfte gezeigt, daß es wirtschaftliche und technische Vor- 
aussetzungen geben kann, unter denen jeder Volkszuwachs eine 
relativ stärkere Steigerung der Produktionsleistungen bewirkt, so daß 
damit der Nahrungsspielraum schneller zunimmt, als die Volkszahl. 
Das zeigt sich vornehmlich in neu und dünn besiedelten Ländern, 
das kann aber auch — wie die Erfahrung zeigt — immer wieder 
in mehr oder weniger voll besetzten Gebieten eintreten. Dies war 
vor allem dann der Fall, und wird dann in Zukunft immer wieder 
der Fall sein, wenn es durch besondere Fortschritte in Technik und 
Wirtschaft gelingt, die Produktivität der menschlichen Arbeit in 
erheblichem Maße zu steigern. In diesem Zusammenhang dürfen 
wir jedoch keinen Augenblick vergessen, daß die Produktivität der 
menschlichen Arbeit an bestimmte Naturbedingungen geknüpft ist 
und daß, unter diesem Gesichtspunkt betrachtet, das Wesen des 
technischen und wirtschaftlichen Fortschrittes darin liegt, die Gaben 
der Natur in wirtschaftlich immer vollkommenerer Weise auszunutzen, 
Perioden, in denen in dieser Weise die Ergiebigkeit der mensch- 
lichen Arbeit stärker zunimmt als die Volkszahl, sind ebenso sehr 
historisch bedingte Erscheinungen, wie die Perioden, in 
denen das Umgekehrte stattfindet, oder wo der Nahrungsspielraum 
nur in so geringem Maße ausgeweitet werden kann, daß tatsächlich 
die wachsende Volkszahl gegen ihn andrängt und ihn auszufüllen 
bestrebt ist. Weder aus der einen noch aus der anderen Art, in 
der sich das Größenverhältnis zwischen Volkswachstum und Ent- 
wicklung des Nahrungsspielraumes gestalten kann, darf man dauernde 
Gesetzmäßigkeiten ableiten, wie es auf der einen Seite Malthus, 
dann aber auf der anderen Seite auch seine optimistischen 
Gegner getan haben. Das Größenverhältnis zwischen 
Volkszahl und Nahrungsspielraum ist keine ewige 
Kategorie, sondern ist von bestimmten historisch 
wandelbaren Voraussetzungen abhängig. 
Aus diesen Erwägungen heraus kann man nur von einem 
historischen Bevölkerungsgesetz sprechen, wenn man überhaupt für 
Solche Zusammenhänge, die in sich so wenig bestimmt sind, den 
Ausdruck „Gesetz“ gebrauchen will. 
Daß auf diese Wandlungen in den Größenverhältnissen von 
Volkszahl und Nahrungsspielraum auch gesellschaftliche Faktoren
	        
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