thumbs : Währung und Handel

205

Entwerthung  zur  Notliwendigkeit  der  Compression  des  Bedürfnisses ­
  überhaupt  kam,  leistete  das  erhölite  Kleiduiigsbedürfniss
  stärkeren  Widerstand,  als  der  Rest  des  Bedürfnisses/
Zu  all  dem  kommt  aber  noch,  dass  die  Production  jener
Steigerung  oder  Einschränkung  der  Nachfrage,  wie  sie  unter
der  Herrschaft  der  eben  besprochenen  (besetze  stattündet,  nicht
überall  in  gleicher  W  eise  folgen  kann,  dass  demnach  die  Preise
jener  Bedürfnisse,  die  nicht  so  rasch  neu  erzeugt  ,  als  neu  gesucht ­
  werden,  unverhältnissmäsaig  steigen  und  fallen,  während
die  Preise  anderer  Güter,  die  leichter  nachzuschaffen,  deren
Erzeugung  rascher  einzuschränkeu  ist,  stabiler  bleiben.  In
erster  Linie  kommt  hier  die  Möglichkeit  des  Importes  oder  des
Exportes  in  Erwägung  zu  ziehen  und  es  zeigt  sich  hier  nun
unseligerweise,  dass  dieselben  Luxusbedürfnisse,  deren  Expansivkraft ­
  so  überaus  gross  ist,  auch  am  leichtesten  und  raschesten
vom  Auslande  zu  beschaffen  sind,  während  ihre  allerdings
ebenso  grosse  Exportfähigkeit  wirkungslos  bleibt,  da  die  geringe ­
  Compressibilität  dieser  Bedürfnisse  es  selten  zu  einer
Abnahme  des  inländischen  (Konsums  und  folglich  zu  keiner
Nothwendigkeit  des  Exports  kommen  lässt.  Es  ist  leicht  zu
ermessen,  in  wie  ungesunder  und  zerstörender  Weise  die  Lebensgewohnheit ­
  eines  Volkes,  dessen  Lebenssphäre  steten  Schwankungen ­
  unterworfen  ist,  unter  der  Herrschaft  dieser  Gesetze
sich  gestalten  muss.  Der  Genuss  von  Tabak  und  geistigen  Getränken ­
  wird  rasch  steigen  und  nicht  wieder  zurückgehen,  es
wird  vielmehr  bei  einer  Verminderung  der  Consumtionsfähigkeit
  die  Einschränkung  auf  dem  Gebiete  der  animalischen  und
des  gesunderen  Theiles  der  vegetabilischen  Nahrung  vor  sich
gehen.  In  ähnlicher  \\  eise  wird  der  Kleiderluxus  der  oberen
Gesellschaftschichten  zu  ungemessener  Höhe  steigen,  noch  bevor
die  unteren  Volksschichten  zu  zweckmässiger  und  besserer
Kleidiuig  überzugehen  Zeit  gehabt  haben.  Die  Wohnungen
werden  nicht  gesunder  und  geräumiger,  wohl  aber  reichlicher
gefüllt  mit  Luxusgeräthen  aller  Art  sein.  Es  wird  sich  also
Wohl  der  Luxus,  nicht  aber  der  Standard  of  living  der  Ge-«ammtheit
  erhöhen.  Ein  derartiges  Volk  wird  für  seine  Bedürfnisse ­
  mehr  ausgeben  als  zuvor,  ohne  besser  genährt  und  gekleidet ­
  oder  mit  gesunderen  Wohnungen  versehen  zu  sein.
Nun  ist  es  allerdings  erwiesen,  dass  die  Erhöhung  des
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.