fullscreen: Die Selbstkosten-Berechnung industrieller Betriebe

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zeigt das folgende Beispiel: Ein Schock (tarn einer bestimmten 
Nummer wiegt 80 kg, Spinnverluste 20o/o, demnach Material 
erfordernis 96 kg zum Standardwert 
zu 1,20 Mk. = 115,20 Mk. Materialwert 
-f- 25,— „ Spinnkosten 
140.20 Mk. Herstellungs- bzw. Inventurpreis 
-(- 4,— „ Verkaufsfracht 
144.20 Mk. 
+ 21,65 „ 15% Verkaufsspesen 
Selbstkosten 165,85 Mk. (Verkaufspreis ohne Gewinn.) 
l°/o Abweichung vom Standardpreis macht 115 -f- 15%' Ver 
kaufsspesen (17) — 1,32 Mk. Ist der Einkaufspreis so günstig ge 
wesen, daß die verarbeitete Partie beispielsweise 10 o/o' unter Standard 
kalkuliert, so stellt sich der Herstellungspreis des Garns um 1,32 
X 20 — 26,40 Mk. billiger als 140,20 Mk., d. h. auf 113,80 Mk., 
der Verkaufspreis auf 139,45 Mk. x ). 
Der unveränderliche Grundpreis für Rohmaterialien kann auch 
in der Buchführung Verwendung finden. Alles eingekaufte 
Haupt- und Nebenmaterial wird mit dem für das Rechnungsjahr 
festgesetzten unveränderlichen Grundpreis dem Materialkonto be 
lastet und der Preisunterschied gegenüber dem wirklich bezahlten 
mit einem Konto für Materialpreisdifferenzen verrechnet [für den 
Überpreis belastet, für den .Unterpreis kreditiert] * 2 ). Der Zahlen 
unterschied zwischen der Sollseite des Preisausgleich-Kontos (Preis 
steigerung) und der Habenseite (Preisminderungen) ergibt am Jahres 
ende einen Überblick über das Verhältnis zwischen dem kalkula 
torischen Grundpreis und den wirklich bezahlten Preisen. 
Wir haben in der chemischen Großindustrie die Verrechnung 
des Verbrauches an Rohstoffen und Vorfabrikaten zu Normalpreisen 
in Verbindung mit dem Tantiemesystem für Betriebschemiker oft 
gefunden. Die Abgabe jener Fabrikationsmaterialien vom Magazin 
an den Betrieb erfolgt zu festen Verrechnungspreisen. Für die 
Betriebskostenberechnung hat dieser Verrechnungsmodus besondere 
Vorzüge. Die monatlichen Schwankungen in den Selbstkosten eines 
Fabrikates sind auf Konjunkturschwankungen, also Rohstoffpreis 
veränderungen und auf Veränderungen in den Fabrikationskosten 
zurückzuführen. Die Belastung des Rohstoffverbrauchs mit dem 
J ) Über eine andere Methode, welche die einzelnen Sorten unter Anwendung 
fester Marktpreisunterschiede kalkuliert, vgl. Rückert, „Die Kal 
kulation im Mühlenbetriebe“, Zeitschr. f. handelsw. Forschung, IV, S. 402 f. 
2 ) ßuchungsbeispiel: 
Materialienkonto an Kreditorenkonto . . . . 95 
an Konto für Materialpreisdifferenzen 5 
100 (Grundpreis).
	        
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