Als der Weltkrieg ausbrach, erfolgte (am 4. August 1914) die Suspendierung
der Bankakte; insbesondere wurden die Deckungsvorschriften
für die Notenausgabe aufgehoben. Der Regierung war die
Ermächtigung erteilt, außerordentliche Maßnahmen vorzunehmen. Wochenausweise
wurden nicht mehr veröffentlicht, Jahresberichte nicht mehr
erstattet; nur die Reingewinnziffer und die Verteilung des Reingewinns
wurde bekanntgegeben. Erst am 7. Dezember 1917 wurde wieder ein Ausweis
veröffentlicht. In hohem Maße hatte das Institut den Krieg finanziert,
und dies kam in der gigantischen Ziffer des schlecht gedeckten Notenumlaufs
zum Ausdruck,
Der Ende Oktober 1918 erfolgte Zusammenbruch führte auch zur A u flösung
der Österreichisch-ungarischen Bank, Das Privileg der Bank,
deren Kapital 210 Millionen K betrug, war zwar erst mit Ende des Jahres
1919 abgelaufen. Jugoslawien hatte aber bereits im November 1918
begonnen, die Tätigkeit der dort gelegenen Niederlassungen zu beschränken,
um dann bald nachher das dort befindliche Eigentum zu beschlagnahmen.
Ähnliche Maßnahmen ergriffen die Tschechoslowakei
und Polen. ;
Nur noch in der Republik Österreich und in Ungarn war der
Österreichisch-ungarischen Bank die Ausübung ihrer Privilegrechte gestattet.
Da diese beiden Länder bei der gegebenen staatsfinanziellen und
volkswirtschaftlichen Lage nicht imstande waren, für die Errichtung
neuer, mit der Regelung ihres Geldwesens zu betrauenden Notenemissionsstellen
Vorsorge zu treffen, wurde die Bank auf Grund der Gesetze vom
31. Dezember 1919 ermächtigt und verpflichtet, ihre statutenmäßige Tätigkeit
in diesen Gebieten über den 31. Dezember 1919 hinaus fortzuführen.
Der Ausweis vom 30. November 1920 ist der letzte, der ein Bild der
„gemeinsamen Gebarung“ gibt, In den folgenden Ausweisen werden die
Ziffern der österreichischen und der ungarischen Geschäftsführung getrennt
angegeben.
Auf dem Gebiet der aufgelösten Monarchie entstanden die Republiken
Österreich, Ungarn und die tschechoslowakische Republik, während Randgebiete
an Italien, Serbien, Rumänien und die neu gebildete Republik
Polen fielen... Bestrebungen der Hauptanstalt Wien, dem Hauptsitz der
Österreichisch-ungarischen Bank, auch nach Errichtung der neuen Nationalstaaten,
eine Währungsgemeinschaft der ehemaligen österreichisch-ungarischen
Monarchie zu erhalten, waren erfolglos. Die Währungseinheit
dieser Gebiete wurde zerstört.
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