dem Bankier A, S bei dem Bankier B, so gab S dem G eine schriftliche
Anweisung auf den B. G gab diese Anweisung dem A, der das Geld bei B
abhob. Auf diese Weise wanderte das Geld von einem Bankier zum
anderen. Anstatt dreier Barzahlungen — von B an S, von S an G, von
G an A — wurde nur eine einzige Barzahlung, nämlich von B an A,
erforderlich.
1. Barzahlung
3 2. Zahlung G
2, Zahlung in einer Anweisung
Ss Anweisung G
T
B Barzahlung „.
Die eine hierbei erforderliche Barzahlung suchte man später auch noch
zu vermeiden: die Bankiers traten untereinander in Verbindung, kompensierten
Forderungen und Schulden, die sie gegeneinander hatten, und beglichen
nur den Saldo in barer Münze.
Einen Teil der ihnen anvertrauten Gelder stellten die Bankiers Geldsuchenden,
die in der Lage waren, ein Unterpfand zu bestellen oder
sonstige Garantien zu gewähren, zur Verfügung. Der vom Schuldner
zu zahlende Zinsfuß war in der Regel recht hoch, das Geschäft für den
Bankier infolgedessen sehr einträglich. Um ihm einen größeren Umfang
geben zu können, suchten sie die Summe der ihnen anvertrauten Depositengelder
noch weiter zu vermehren, indem sie ebenfalls den Deponenten
einen mäßigen Zins gewährten, der infolge des Zinsverbotes oft in anderer
Form vergütet wurde.
Juden hatten zuerst das interlokale und internationale Geldleihgeschäft
ausgebaut und Kredite zu hohem Zinsfuß*), in dem bei der Unsicherheit
der Kreditnehmer eine mehr oder minder hohe Risikoprämie
enthalten war, gegeben. An ihre Stelle traten jetzt besonders Bewohner
lombardischer Städte, die, in alle Lande verstreut, Geld- und Bankgeschäfte
betrieben. Lombard Street in London, der Mittelpunkt des
Geldhandels und Kreditverkehrs der ganzen Welt, erinnert heute noch an
die einstige Tätigkeit der Lombarden.,
Seit dem 14. Jahrhundert können wir in Italien drei Gruppen von
Bankiers unterscheiden: 1. die bancherii, das sind die vornehmen,
1) Auf Juden erstreckte sich das Kanonische Zinsverbot nicht.