Full text : Bankpolitik (2.1930)

Die Herren und Bürger der Bank belieben zu zahlen an ......
die Summe von ....... (in Buchstaben) Mark Banco und mir solche
‚.... Mark Banco von meinem Konto ....... Folio .... abschreiben
 zu lassen; solches soll mir gute Zahlung sein.
Hamburg, den ...... (Unterschrift.)

Im Gegensatz zur allgemeinen Währung, der „Mark Courant“, hatte
die Hamburger Bank ein eigenes Geld, die „Mark Banco“. Es war dies
keine konkrete Münze, sondern nur ein Rechnungsgeld, eine bestimmte
 Gewichtsmenge Reinsilber (8!/, gr), die, wie Halle es ausdrückt,
durch Einbringung in die Bank eine geistige Prägung erhielt. Für das
eingebrachte Metall wurden also nicht Depositenscheine ausgegeben, sondern
 Buchkredite eröffnet.
Neben dem Girogeschäft, für dessen Erledigung ziemlich erhebliche
Gebühren berechnet wurden, betrieb die Bank, in beschränktem Maße,
nur noch das Leihgeschäft gegen Hinterlegung von Münzen und Juwelen.
Weil sie sich fast ausschließlich dem soliden, reinen Girogeschäft widmete
und die Summe der Guthaben intakt vorhanden war, genoß sie großes Ansehen.
 Freilich hat sie im Laufe der Jahre auch manchen harten Schlag
erlitten. So 1672, 1755 und 1766, und vor allem 1813, als in der Nacht
vom 4. zum 5. Dezember Marschall Davoust die Bank versiegeln und
die Gelder nach und nach herausnehmen ließ, mit dem Versprechen, die
Summe mit Zinsen zurückzugewähren.
Die Bank hatte sich überlebt, als die Momente, die zu ihrer Gründung
Veranlassung gegeben hatten, nicht mehr vorhanden waren. Als durch
Münzgesetze und Münzverträge die Münzverschlechterungen beseitigt
waren, die Ungleichheit des Geldes ein Ende erreicht hatte und mit
Schaffung einer einheitlichen Währung für das ganze Deutsche Reich die
Banko Mark überflüssig geworden war, da hielten Senat und Bürgerschaft
es für ratsam, das alte, hochangesehene Institut, das 256 Jahre in Ehren
bestanden hatte, zu schließen.
Die Deutsche Reichsbank, die eine Filiale in Hamburg errichtete, übernahm
 Aktiva und Passiva der Hamburger Bank. In der Reichsbank lebt
das alte Institut weiter. Was die Hamburger Bank neben der Schaffung
eines festen Geldes groß gemacht hatte, ihr Giroverkehr, wurde von der
Reichsbank übernommen und auf ein größeres Feld, das gesamte Deutsche
Reich übertragen 1).

1) Über die Technik des heutigen Hamburger Überweisungs- und Abrechnungsverkehrs
 s. Band I, S. 158 £.

)°
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.