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siegen der Quellen, so haben Boden und Fleiß auch schon
an einem andern Ort für ausgiebigsten Ersatz gesorgt. Was
die Natur dort gegeben, ist unendlich viel, und der uner
müdliche Fleiß gewinnt der Gabe der Natur den vollen
Wert ab.
Hierin liegt ein beachtenswertes Gegengewicht gegenüber
den Bedenken, denen ich hinsichtlich des Wirkens einzelner
überragenden Persönlichkeiten Ausdruck gegeben habe. Die
innere Tüchtigkeit der Gesamt-Bevölkerung ist markig. Man
mag das unausgesetzte Streben nach „make money“ als
Mammonsdienst betrachten — man hat zu einer Verurteilung
umsoweniger Recht, wenn man sieht, daß im großen und
ganzen, im guten Durchschnitt, das Streben nach Erwerb
sich streng an die Bedingung bindet, daß der Erwerb auf
anständige Weise gewonnen sei. Die Gesetze der Vereinigten
Staaten sind etwas dehnbar, und der Bürger dort geht auf
dem Weg, den das Gesetz erlaubt. Aber das gegebene
Wort ist heilig. Jeder verlangt von dem andern und setzt
voraus, er solle genau überschauen, wozu das gegebene
Wort den einen wie den andern verpflichtet. Der Geschäfts
mann der Vereinigten Staaten kennt keinen andern Ehrgeiz
als die anständige Wahrnehmung seines Geschäfts und die
Erreichung geschäftlichen Erfolgs durch ausdauernde und
kluge Arbeit. Er verzeiht nicht und vergißt nicht eine Ver
fehlung gegen den geschäftlichen Anstand, auch dem Erfolg
nicht, und das verleiht ihm eine selbstbewußte Charakter
stärke ohnegleichen. Der amerikanische Geschäftsmann
überlegt sich reiflich und lange, ehe er auf ein Angebot ein
geht; hat er es aber getan, so ist er mit ganzem Herzen
bei der Sache, und man hat an ihm einen tatkräftigen Mit
arbeiter von unbedingter Zuverlässigkeit gewonnen. Selbst
verständlich trifft diese Schilderung nicht auf jeden einzelnen
zu; sie zeichnet aber das geschäftliche Leben im ganzen,