Full text : Lage und Entwicklung der landwirtschaftlichen Grossbetriebe in den östlichen Landesteilen

E. Zur Agrarlage in den östlichen Landesteilen.
[. Die betriebswirtschaftlichen Verhältnisse.
1. Nach den Ortstaxen.

Die bei den Ortstaxen angefertigten Voranschläge geben ein
klares Bild über die betriebswirtschaftliche Struktur der untersuchten
Landgüter. Bei der Darstellung der Entwicklungstendenzen der
Großbetriebe ist auf das Verhältnis von Kapitaldienst und Renten
eingegangen und zum Ausdruck gebracht, daß die Leistungsfähigkeit
der Wirtschaften von Fall zu Fall außerordentlichen Schwankungen
unterliegt, auch dort, wo Betriebsrichtung und natürliche Voraussetzungen
 durchaus gleiche sind.
Das Kennzeichen der ostdeutschen Großbetriebe ist eine verhältnismäßig
 extensive Betriebsform mit betonter Feldwirtschaft, bei
welcher der bei weitem größte Anteil des investierten Kapitals auf
den Grund und Boden entfällt. Der Inventarbesatz tritt kapitalmäßig
dahinter zurück, der Aufwand an menschlicher Arbeit ist relativ
zering. Je intensiver eine Wirtschaft eingestellt ist, um so größer
ist ihr Umsatz je Flächeneinheit. Aus dieser Erkenntnis hat sich die
Gepflogenheit herausgebildet, aus dem Umsatz nicht nur auf die
Produktivität, sondern auch die Rentabilität des Betriebes Rückschlüsse
 zu ziehen. Zur Klärung dieser Verhältnisse hat die Landwirtschaftlich-Betriebswirtschaftliche
 Abteilung der Preußenkasse für
die einzelnen Provinzen Relationsprüfungen für Umsatz und Wirtschaftsertrag
 vorgenommen.
Es ergibt sich daraus eindeutig, daß allgemein die mögliche
Rentemitdem Umsatz steigt. Es entspricht das der schon
früher getroffenen Feststellung, daß eine wirtschaftliche Investition
produktions- und in der Regel auch rentensteigernd wirken muß.
Unberührt bleibt hierdurch die Frage, ob durch derartige Maßnahmen
ein größerer Überschuß erzielt wird, da bei dieser Relation die
Steigerung der Zinslast noch nicht angesetzt ist.

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