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zusammen, daß einige wenige Säugetiergattungen im allgemeinen als
die alleinigen Hautlieferanten der Gerberei betrachtet werden; schon die
bisherige Betrachtung hat gezeigt, daß zu demhierher gehörigen Erscheinungs
kreis nicht bloß Säugetier-, sondern allgemein Wirbeltierhäute, sogar
innere Bindegewebe gehören.
Nach diesen allgemeinen Erörterungen legen wir uns die Frage
vor, welche Säugetiergattungen für den wirtschaftenden Menschen im
Laufe seiner sich entwickelnden Wirtschaft als Haut- und Fellproduzenten
in Frage kommen.
Bei den Völkern tiefer Kulturstufe oder unentwickelter Ver
kehrswirtschaft sind die Tiere, welche das Material zur Befriedigung des
Lederbedarfs liefern, äußerst verschiedenartig und mannigfach; sie sind
ein Ergebnis ihrer Umgebung und ihres Klimas, aber alle diese Tiere
haben nur lokale Bedeutung. So sind es für Kaffernin Südost-
asrika Antilopen, Zebras, Raubtiere, Assen, für die Lappen in der
zweiten Hälfte des 9. Jahrhundert 2 ) Walfische, Seehunde, Marder, Renn
tiere, Bären, für Eskimos 8 ) Seehunde und Renntiere, für Kalmücken
und Baschkiren 4 ) Pferde-, Rinds- und Eselshäute, in China am An
sänge des 18. Jahrhunderts, wo eine größere Einfuhr noch nicht bestand,
alle möglichen einheimischen Tiere bis herunter zu Ratten und Mäusen,
bei Azteken 8 ) Hirsche u. a., in Peru vor dem Eindringen der Europäer
Lama und AlpacaH, die ältesten aus Ägypten stammenden Urkunden
der heiligen Schrift sollen auf Pergament aus Antilopenfellen 8 ) ge
ichrieben gewesen sein, bei indischen Völkern hören wir von Antilopen-
und Tigerfellen"), und der Jagdbericht Tiglatpilesars um 1100 v. Chr.
kennt neben allerlei Tieren auch Wildochsen und Elefanten"). Die
Quellen, denen die hier einschlägigen älteren Daten entnommen sind,
sind häufig Berichte von Abgaben, Tribut, Eroberungen usw., so daß
wir uns damit gleichzeitig ein Bild von den Gegenständen des da
maligen Verkehrs machen können.
In dem Maße aber, in welchem die großen Reiche des Altertums
sich ausbreiten, wo in dem gleichen Maße, also zur Ermöglichung der
Kommunikation über weite Strecken eine Verkehrswirtschaft gewisser
Höhe eingeführt werden muß, ändert sich das Bild. Die Tierwelt,
melche dem Verkehr hinderlich ist, verschwindet mehr und mehr, und an
*) Deutsche Gerberzeitung 1897, Nr. 102.
2 ) Viertetjahrsschrist f. S. u. W. 1906, Bd. IV, S. 229.
3 ) Ledertechnische Rundschau 1912, S. 268, 270.
*) Rüst 1844, S. 337. 6 ) Gülich 1830, Bd. IV, S. 249.
e ) Deutsche Gerberzeitung 1881, Nr. 31. ’) Brehm 1885, S. 811.
8 ) Wattenbach 1871, S. 78. 9 ) Lassen 1847, Bd. II, S. 546, 549.
’°) Honunei 1885, S. 532.
«Eb ert, Entwicklung der Weißgerberei. ^