Full text: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

25, Titel: Unerlaubte Handlungen. 88 847, 848, 1737 
Anfprüche aus S 847 Abi. 2 neben den NMotaren die Amtsgerichte zuftändig 
lind (vgl. Art. 15 Nbf. 2 des bayr. AG. 3. GV. in der durch AG. 3. 
BOB. Art. 167, I fejtgef. Faffung) wird von Buchta (f. unter a) im Gegen» 
jage zu S 9 der bayr. Bormundfhaftsordnung vom 19. Sanuar 1900 ohne 
überzeugende Begründung verneint (vgl. gegen ibn die zutreffenden Yus- 
ührungen von Kraus, Bayr. 3. f. N. 1906 S. 313 FF 
10, Ob der Chemann zur SCinklagung des der Frau gemäß $ 847 zufteben- 
den Anfpruchs berechtigt ijt, bemikt fi nach dem Orundfäßen des ehelichen Giiter- 
recht8, Beim Güterftande der eheherrlidhen Verwaltung und Nußnießung 
ift der Anfpruch eingebrachtes Gut und der Mann baher nach S 1380 Saß 1 zur gericht: 
lien Geltendmachung berechtigt (val. Bem. 2 of. 6 zu S 1367; ebenfo Urt. d. OLG. 
Kiel vom 29. Januar 1908 Kipr. d. DLG. Yd. 18 S. 75; and. nf. Urt, d. Rammerger. 
bom 19. Dezember 1908 ebenda, das den Anfpruch mit Unrecht auf Grund des S 1366 
für Borbehaltsgut erklärt). Das gleiche gilt, weil der Anfpruch unübertragbar ift (f. 
oben Bem. 5), bei allgemeiner SGütergemeinfdhaft gemäß SS 1439, 1525 bl. 2, 
1380 SaB 1 (Urt. d. HLG. Bomb bom 22. Dezember 1909 Recht 1910 Nr. 1259; val. 
Den. 2, a zu S 1439), bei rrungen]haftsgemeinfhaft gemäß 88 1522, 1525 
Abf. 2, 1380 Saß 1, bei Fahrnisgemeinfhaft gemäß 88 1552, 1550 3b6f. 2, 1525 
Ab). 2, 1380 Sag 1 (Urt. d. DLS®. Köln vom 28. Februar 1905 Mfpr. d. OLG. Bd. 11 
S. 281), Val. auch Bem. 8 zu 8 845. 
8 848. 
Wer zur Rüdgabe einer Sache verpflichtet ift, die er einem Anderen durch 
eine unerlaubte Handlung entzogen hat, Hit auch für den zufälligen Untergang, 
eine auS einem anderen Örunde eintretende zufällige Unmöglichteit der Herausgabe 
oder eine zufällige Verfchlechterung der Sache verantwortlich, es fei denn, daß 
der Untergang, die anderweitige Unmöglichkeit der Herausgabe oder die Ber: 
fchlechterung auch ohne die Entziehung eingetreten fein würde. 
€ I, 716; IL 771; II, 882, 
1. Grundfäglidhe Regelung. Wer einem anderen den durch die Ent 
ztehung einer Sache (8 90) entftehenden Schaden zu erfeben hat, it nach SS 249 ff. 
berpflichtet, die entzogene Sache herauszugeben und, f{oweit die Herausgabe nicht möglich 
oder zur Entfhädigung des Crfaßberechtigten nicht Sm it, diefen in Geld zu ent: 
Icbäbigen; ift durch Vorfaß oder Fahrläffigkeit des Schuldners die Herausgabe unmöglich 
geworden, fo wird feine Erfaßpflicht hiedurch nicht befeitigt (8 276). Dies gilt auch dann, 
wenn die Erfaßpflicht durch eine unerlaubte Handlung (3. B. Diehftahl, Unterfhlagung, 
Betrug, Sachbejchäbigung) begründet ijt (vgl. Vorbem. VII). Nach $ 848 wird aber die 
Erfaßpflidht desjenigen, der einem anderen eine Sache durch eine unerlaubte Hand: 
(ung entzogen Bat, (entgegen dem Orundfaße des 8 275) auch dadurch nidht aus- 
Reim (offen, daß ohne fein Verfdhulden, alfo durch Zufall, die heranszugebende 
ache untergegangen oder aus einem anderen Grunde (3. 3. infolge CrfiBung durch 
einen Dritten) ihre Herausgabe unmöglich geworden oder die Sadhe verfhlecdhtert 
worden ft. Seine Erfaßpflicht fommt nur dann in Wegfall, wenn auch ohne die 
Entziehung die Sache untergegangen oder die anderweitige Unmöglichkeit ihrer Heraus: 
gabe oder die a eingetreten wäre. € greift alfo die gleiche Haltung lab, 
wie gemäß & 287 Sag 2 im Sale des Verzugs M. II, 740, 64 ff.;_vgl. Bem. N, 2 zu 
$ 287; 1. auch 8 292 und Dem. hiezu). Der Verfdhlechterung einer Sache ift auch bier 
ihre Entwertung durch eine nach der HEN eingetretene Preisminderung 
gleichzuftellen‘ (vgl. Bem. II, 2, c zu 8287; nicht das gleiche gilt aber für die Wertminderung 
ah ST Sinten des Kurfes8; f. Urt. d. Reichsger. vom 6. Kebruar 1907 Recht 
Neber die Entbehrlidhkeit der Mahnung (ff. Bem. 1, 2 zu S 284) val. Urt. 
d, DL®. Kiel vom 21. April 1904 Ripr. d. DLG. Bd. 9 ES. 282, aber auch Dertmanıt 
Bem. 5, der mit Recht bemerkt, daß nach 8 848 nur gewiffe Verzugswirkungen ohne die 
Borausfeßungen des Verzugs eintreten. 
2, Nach €. I follte der Erfaßpflihtige nur dann befreit fein, wenn derfelbe 
Bufall, der die Sache nach der Entziehung getroffen hat, fie auch bei dem Befchäbigten 
getroffen haben würde. Durch die nunmehrige, auf Beichluß der IL. Komm. beruhende 
an it zum Ausdrucke gebracht, daß e8 hierauf nicht ankommt, DE des 
rjabpilichtigen vielmehr auch dann eintritt, wenn überbaunt irgend ein Bufall bei
	        
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