Object: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

18. Titel: Bürgfchaft. 5 765, 1399 
a) Bin 
»pt das Beitehen einer Hauptverbindlidh keit voraus. 
Kür die GN eine8 nigtigen Serien (f. in8befondere SS 134, 
138) oder eines Vertrags, durch den eine Her bindlidhkeit nicht 
Zegründet wird (f. 3. B. SS 656, 762-—764), fann eine redhtsmwirkffanıe 
Bürgjchaft nicht übernommen werden (ogl. Bd. I Bem. 1, 7 zu S 138, 
Ber. HI, 1, e zu 8762, Urt. d. Reichsger. vom 13. Suni 1906 ROES. 
Bd. 63 S, 371 und vom IL. Üpril 1906 Iur, Wichr, 1906 S, 347 ff.; 
„al. Dernburg, Band. S 78 Anm. 4, Mindicheid-KXipp, Pand. Bd. 2 
S. 1087 Biff. 2, BLR. ZIL.I Lit. 14 88 249, 251, MHBÜR. DL. IV cap. 10 
5 8 Sr. 1). Ueber die Nichtigkeit eines Büroichaftsvertrags für den 
all, daß die gemäß S 138 nichtige Hauptfchuld durch rechtSFxäftiges 
Anerfenntinisurteil jeftgeftellt ift, f Urt. d. ReichSger. vom 12. Januar 
1909 ®ruchot, Beitr. Bd. 53 S. 908 ff. Ilt die Gauptverbindlichkeit 
anfehtbar und wird von dem Anfechtungsrechte ae gemacht, 
io ift die Bürgichaft al8 von Anfang an nichtig anzufeben. Das 
aleiche gilt, menn die zur Wirkjamkeit der Hauptverbindlichteit erforder- 
iche Einwilligung eines Dritten (f. } DB. 8 108) verweigert oder 
ie Hauptberbindlichkeit durch rechtswirkfamen Widerruf ungültig 
mird (Bland Bem. 8, a). . rn 
N Dagegen it die Bürgichaft für eine verjährte Schuld wirk- 
am (vol. 8 222; 1. auch Bem. 1, b, £ zu S 768). Neber die Buläffig- 
%it der Bürgichaft für eine al8 beftehend angenommene Schuld, der 
zunächit eine ({päter weggefallene) Einrede entgegenftand, f. audh Urt. 
d. Meichsger. vom 27, Un 1908 RGE. Bd. 68 S. 302 f 
Sat der Bürge in Kenntnis der Nichtigkeit der Haupt- 
aerbindlidhfeit fih verbürgt, fo liegt ein Bürgichaftsvertrag 
2icht vor; 06 eine derartige Vereinbarung gültig ift, muß rad den 
Umftänden des einzelnen Falles an der Hand der allgemeinen @rund- 
jäße ent{chieden werden, 
Die Nebernahme der Bürgjchaft für eine Künftige*) oder eine be- 
dingte Verbindlichkeit it nach S 765 Abf. 2 zuläffig; bieber gehört 
‘n8belondere der Fall der Kreditbürgi haft I. unten Bem, 9, 1; 
jal. Dertmann Ben. 3, bh, ROR.-Komm. Bent. 6, SGoldnann-Lilien- 
‘hal S. 823 Anm. 4) und Berfonalkaution dal. Dernhurg, Band. 
Bd. 2 8 78 Anm. 6, BLRN, ILIV cap. 10 88 Züf. 2, 4, BL f. RA. 
Bd. 57 S. 319; 1. au Bem. 3 zu 5777 fowie 88 1113 Abi. 2, 
1204 of. 2). Buläffig ijft daher auch die Nebernahme ver Bürg{haft 
Yir alle au8 der Gefchäftsverbindung zwifhen ©läubiger 
and Haupt/huldner künftig entitehenden VBerbindlidhkeiten. 
Üeber das Verhältnis zwifdhen Gläubiger und Bürgen bei der Konto: 
iurrentbürg{jhaft 1. doth in Q8 1910 S. 355 ff. fomwie Urt. d. 
Keichsger. vom 18. Oktober 1909 Oruchot Beitr. Bd. 54 S. 407 ff. j 
val. ee 8 356 und KON Komm. Bem. 3. Neber bie Zuläffigkeit 
der Bürafchaft zugunften eines von dem Dritten evit auSzu- 
mittelnden Darlehensgebers8 1. NOS. Wd. 11 S. 248 ff. 
Sur. Wichr. 1898 S. 517, Urt. d. Neihsger. vom 18. Hebruar 1904 
and 12. Februar 1906, NGES. Bd. 57 S. 66 ff, Bd. 62 S. 382 ff.; 
„gl. au Crome 8 295 Anm. 36. , a 
Hinfichtlih des ErfordernificS der Schriftform für eine der 
Bitrafhaft beigefügte Bedingung oder Zeitbeftimmung f. Bem. 1, c 
yur & Y 
Neber den Unterfchied zwif} 5 der Bürafchaft für eine Hinftige 
Schuld und dem Kreditauftrage 1. Bem. 1, a A $ 778. 
Die weitere Beftimmung des €, I, daß die Bürgichaft auch für eine 
unbeftimmte Verbindlichkeit übernommen werden fönne, wurde von 
der 11. Komm, geftrichen, weil e8 Jelbftverftändlich fei, daß der Um- 
ang der Verbindlichkeit nicht von vornherein zahlenmäßig beitimmt 
— 3u Teim brauche (3@®. II, 364, %. IL 463 ff). ; 
Mit dem Erlöidhen der Hauptverbind lichkeit endigt aud die 
Bürgfehaft, gleichviel, ob ie Hauptverbindlichkeit durch den Haupt- 
jchuldner oder einen Dritten getilgt und ob ihr Erlöjchen durch Erfüllung 
ader auf anderem Wege (Hinterlegung, Aufrechnung, Erlak 2C.) herbeigeführt 
1 
*) Val. Ecctu8, Verblrgung für eine Kinftige Schuld und Kreditmandat, Sruchot, 
Beitr. Bd. 46 S. 55.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.