Object: Probleme der Wirtschaftsgeschichte

(über den Begriff der Territorialwirtschaft). z 
alters mit der Entstehung territorialer Staatsgebilde beginnt 
und in der Gegenwart mit der Schöpfung des nationalen Ein- 
heitsstaates ihren Abschluß findet. Die wirtschaftliche Zusammen- 
fassung der Kräfte geht Hand in Hand mit der Beugung der 
politischen Sonderinteressen unter die höheren Zwecke der 
Gesamtheit.“ 
Gegen den zweiten dieser beiden Sätze wird Jich, falls Bücher 
damit nicht einen genauen zeitlichen Parallelismus aussprechen 
will, nicht viel einwenden lassen. Hier interessiert er uns so wie 
so weniger, da er über die Frage der Ursachen nichts behauptet. 
Gegen den ersten Satz indessen dürfte ein Einwand zu erheben 
sein. Hören wir aber zunächst Schmollers Ansgicht!). 
„Der Kampf gegen den großen Adel, die Städte, die Kor- 
porationen und Provinzen, die nicht bloß politische, sondern 
auch wirtschaftliche Verschmelzung dieser Sonderkreise zu einem 
Ganzen, der Kampf für gleiches Maß und Geld, für ein geord- 
netes Münz- und Kreditwesen, für gleiches Recht und gleiche 
Polizei, für einen freieren und lebendigeren Verkehr im Lande 
war es vor allem, was eine Arbeitsteilung und einen Wohl- 
stand ganz anderer Art schuf, tausendfache Kräfte entband.“ 
Was Schmoller Arbeitsteilung, zunehmenden Wohlstand 
und Kräfteentbindung nennt, das ist ungefähr dasselbe wie 
das, was Bücher unter Volkswirtschaft, bezw. Annäherung 
an die Volkswirtschaft versteht. Beide leiten also die neuen 
wirtschaftlichen Erscheinungen ,im wesentlichen“, „vor allem“ 
übereinstimmend aus einer politischen Tatsache ab, nämlich dem 
Fortschritt der Territorialbildung. Schmollers Sat; ist aller- 
dings als nicht ganz klar oder auch als inkorrekt insofern zu be- 
zeichnen, als er unter die Kategorie der Ursachen schon ,die 
wirtschaftliche Verschmelzung“ rechnet. Wir wollen die Mög- 
lichkeiten, wie er diese Worte aufgefaßt zu sehen wünschen mag, 
nicht durchsprechen. ~ Beide Autoren sind der (zutreffenden) 
Ansicht, daß die politische Zentralisation im Anfang der Neuzeit 
noch verhältnismäßig gering war. Aber Schmoller schlägt sie 
1) Umrisse und Untersuchungen, S. 37 f. 
v. Belo iv. Wirtschastsgeschichte 2. Ausl. 
ZD: 
IK
	        
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