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stellen (Ziffera in der Übersicht). Bei Hinzurechnung dieser beiden Posten zum
Gewinn ergibt sich eine wesentlich niedrigere Ziffer (Ziffer b). Um aber eine völlig
ainheitliche Vergleichsgrundlage zu schaffen, ist in der Übersicht 34 der Gewinn bei
allen sechs Betrieben mit 8 vH des Eigenkapitals angenommen worden (Normalgewinn).
Dann ‚ergeben. sich für die drei kleinen Betriebe wesentlich höhere Ziffern, und auch
der Konsumverein überragt nicht mehr alle übrigen Betriebe. Dessen Ziffer ist aller-
dings auch bei dieser Berechnungsweise übermäßig hoch, weil nämlich das formal
ausgewiesene Eigenkapital, von dem die 8 vH berechnet wurden, nur sehr gering ist;
in Wirklichkeit stellt aber auch ein großer Teil der Spareinlagen der Mitglieder nichts
anderes als eigenes Kapital dar, und bei Berücksichtigung dieses. Umstandes würde
sich eine wesentlich geringere Besteuerungskennziffer ergeben. Wenn man vom Konsum-
verein absieht, so steht, bei Zugrundelegung der Ziffern für den Normalgewinn, das
Großwarenhaus als die planmäßig nach kapitalistischen Methoden arbeitende Unter-
nehmungsform des Einzelhandels am günstigsten da, während die kleinen Geschäfte
höhere Ziffern aufweisen. Vergleicht man jedoch die Zahlen, die sich auf den Umsatz
beziehen, so weist das Warenhaus die zweitgrößte Belastung auf, während der Konsum-
verein weitaus am besten abschneidet. Das erklärt sich daraus, daß der Konsumverein
hauptsächlich Gegenstände des täglichen Massenbedarfs vertreibt, die ein längeres Lagern
‘hrer Natur nach nicht zulassen und infolgedessen einen besonders günstigen Lager-
and Kapitalumschlag hervorrufen. Im Gegensatz dazu bedingt die stärkere Kapital-
intensität beim Waren- und Kaufhaus einen verhältnismäßig hohen Steueranteil am
Umsatz, der nur noch vom Möbelgeschäft übertroffen wird, bei dem die als fixe Kosten
anzusehenden Steuerarten eine besonders starke Belastung des im Verhältnis zum Kapital
geringen Umsatzes darstellen.
Genau das umgekehrte Bild ergibt sich, wenn man die Steuerleistung auf das Gesamt-
kapital bezieht. Dagegen ist die Reihenfolge etwas anders, wenn man die auf das
Eigenkapital bezogenen Kennziffern heranzieht. Hier bewirkt der verhältnismäßig hohe
Anteil des Eigenkapitals beim Warenhaus, daß die betreffende Steuerziffer besonders
gering ist.
_Faßt man die Erkenntnisse dieses steuerlichen Branchenvergleichs unter Berücksich-
tigung der Anteile der einzelnen Steuergruppen an der Gesamtsteuersumme (Über-
Sicht 33) zusammen, so ergibt sich folgendes Bild: Die kapitalintensiven Betriebsformen
Weisen eine Vorbelastung durch die Vermögensteuern auf‘), wie vor allem die Ziffern
für das Warenhaus, sehr deutlich aber auch die für das Kaufhaus und die für das
Möbelgeschäft beweisen. Beim Konsumverein dagegen wird die Vorbelastung sowohl
durch Steuererleichterungen als auch dadurch aufgehoben, daß die Sparguthaben als
Fremdkapital gelten. Der Anteil der Umsatzsteuer an der Gesamtsumme liefert eine
Kennziffer für die Umsatzintensität der Betriebe. Besonders deutlich hebt sich dabei
der Konsumverein auf der einen, das Möbelgeschäft auf der anderen Seite ab. Zwischen
Seiden Grenzfällen liegen die Ziffern für den Lebensmittel- und den Textileinzelhandel,
das Kaufhaus und das Warenhaus entsprechend dem höheren bzw. geringeren Lager-
und Kapitalumschlag dieser Zweige, wobei der Lebensmitteleinzelhandel am stärksten
Nach dem Konsumverein hinneigt.
3. Die regionale Steuerkraftverteilung im Deutschen Reich
Von besonderem Interesse sowohl für die öffentliche Verwaltung als auch für die
Wirtschaft ist die Erforschung der Steuerkraft einzelner Gebietsteile des Reichs bzw.
ler Länder. Die öffentliche Verwaltung gewinnt auf diese Weise genauere Erkenntnis-
Stundlagen für die mannigfachen Probleme der Finanzpolitik; die Wirtschaft ihrerseits
Vermag aus der Steuerkraftverteilung sehr weitgehende Schlüsse auf Wohlstand und
Kaufkraft bestimmter Gegenden zu ziehen und danach ihre Absatzpolitik einzurichten
(Marktanalyse).
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* io Hauszir ak x A "
War) Die Hauszinssteuer darf in diesem Falle nicht mitberücksichtigt werden, weil mit SE KA mE 03
zoiep ar us und der Konsumverein angenommen sind. Für die übrigen Betriebe wurden die Grundste
SZWecken mit Hilfo der gezahlten Miete errechnet.