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Frankfurt erfuhr ich (auf der Redaktion der Frankfurter Zlei-
tung]), mein Begleiter sei der Herr Mutzelberger gewesen, der
gewissermaßen den katholischen Bischof dort ersetze. Er wird
auch meinen Namen in der Frankfurter Zleitung] (die er liest)
gefunden haben. Sie brachte eine Notiz über meine Durchreise.
Sah den Sonnemann, der eben wegen der verweigerten Namens-
abgabe des Korrespondenten wieder vor Gericht gewesen und
abermals 10 Tage Aufschub, aber diesmal zum letztenmal, er-
halten hatte. S[onnemann] ist ein Weltmann, dem man jedoch
das Bewußtsein seiner Wichtigkeit ansieht. Er setzte mir in län- x
gerer Unterredung auseinander, sein Hauptzweck sei, das Klein-
bürgertum in die sozialdemokratische Bewegung zu ziehn. Die
Finanzkraft seines Blatts liege darin, daß es das anerkannt beste
Börsen- und Handelsblatt von Süddeutschland sei. Über den
Dienst, den seine Zeitung als politischer Kolporteur der Arbeiter- 15
presse liefre, sei er völlig im klaren. Andrerseits aber tue diese
Partei nichts für ihn. So habe er z. B. den Vahlteich als Corre-
spondent engagiert gehabt; diesem sei aber die Korrespondenz
vom Vorstand der Koalisierten verboten worden. Liebknecht
trete im Reichstag zu sehr als Demagog auf; Bebel dagegen finde z
die allgemeinste Anerkennung etc. Ich werde ihn wiedersehn bei
der Rückreise. Dr. Guido Weiß, der auf einige Tage zum Besuch
bei seiner Tochter (Frau von Dr. Stern, einem von den Redak-
teuren der F[rankfurter] Zleitung]), sah ich auch. Wäre ich
einige Minuten früher auf die Redaktion gekommen, so passierte 25
mir ein Unglück — Zusammenstoß mit Karl Mayer aus Schwa-
ben (dem Ex-Mann des „Beobachters“).
Nebenbei: Geschäft in Frankfurt und allen Haupthandelsplät-
zen geht noch viel schlechter, als man aus den deutschen Zeitun-
gen sieht.
Dein Freund Cafıero wohnt bei Bakunin und hat ihm auch das
Haus in Lugano gekauft,
Und nun vale faveque, Ich muß wieder ins Geschäft. Besten
Gruß an Madame Lizzy.
Dein Mohr. 2
1447. Marx an Engels in London; Karlsbad 1875
September 8.
Lieber Fred,
Du wirst wahrscheinlich schon von Tussy wissen, daß mein
erster Brief, den ich eigenhändig, praesente Dr. Gans Junior, am
8. September 1875
Germania, Karlsbad.
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Z. 27 (dem . . . „Beobachters‘)