(1470) 1877 Juli 25
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Sedan. Dies war bald im Elysee bekannt, und man ließ den Pro-
zeß fallen.
Ad vocem Broglie. Er hatte, wie Dir bekannt, im ersten ordre
moral Ministerium seine Schulden getilgt, steckte aber nun wieder
in neuen, ganz Paris bekannten Verlegenheiten. Er wartete auf
den Tod einer uralten, knackschäligen Verwandten (steinreichen)
in der Schweiz, einer Frau von Stael (Verwandte der berühmten
virago). Diese Person starb 13. März 1877, hinterließ ihr ganzes
Vermögen einer Dame und dem Broglie — keinen farthing. Dar-
o auf sagte er wie Dolleschall: Jetzt geht’s ums Brot. Jetzt streiche
ich alles! . .
Deine Antwort an die Berliner wäre sachgemäß. Die Kerls müs-
sen fühlen, daß, wenn man lang enduring ist, man auch nach-
haltig zu sein weiß.
5 Ich werde sehn, ob sich trip mit Hirsch arrangieren läßt. Heut
ist er in dem Kristallpalace, so daß ich ihn schwerlich vor Morgen
Nachmittag (da er Morgens seine Korrespondenz an Vossische etc.
schreibt) sehn werde,
Salut.
Dein Mohr.
Beispiel von dem „großen Scharfsinn“ der
Kathedersozialisten:
„Auch mit dem großen Scharfsinn, wie er Marx zu Gebote
steht, läßt sich die Aufgabe nicht lösen, „Gebrauchswerte“
s (das Vieh vergißt, daß von „W a ren“ die Rede ist), d. h. Träger
für Genüsse usw. auf ihr Gegenteil, auf Quantitäten von Be-
mühungen, auf Opfer usw. zu „reduzieren“. (Das Vieh
glaubt, daß ich in der Wertgleichung die Gebrauchswerte
auf Wert „reduzieren“ will.) Das ist Substitution von Fremd-
” artigem. Die Gleichsetzung verschiedenartiger Ge-
brauchswerte läßt sich nur erklären durch eine Reduktion der-
selben auf ein gemeinsames Gebrauchswertige.“ (Warum nicht
lieber gleich auf — Gewicht?) — Dies dixit Herr Knies,
das kritische Genie der Professoralökonomie.
Auszüge aus Briefen von Geib an Hirsch.
l. Hamburg, d. d. 3. 6. 1877.
(Betreffs der Gründung der Revue): „Ein Genosse,
Karl Höchber g in Berlin (nach Hirschs Meinung ein „Ge-
nosse“ des illustrious Eugen Dühring) , geboren in Frankfurt a.M.,
vo hat sich verpflichtet, der Partei zu literarischen Zwecken jährlich
10 000 Mk. zu schenken. Dadurch nun flügge gemacht, beschlossen
wir in Gotha, nicht nur die Revue, sondern auch eine sozial-
demokratische Korrespondenz — autographiert —,
ähnlich wie wir dieselbe voriges Jahr in Gotha privat besprachen,
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