Full text: Der Briefwechsel zwischen Marx und Engels 1868-1883 / [hrsg. von D. Rjazanov] (Abt. 3, Briefwechsel, Bd. 4)

(1471) 1877 Juli 31 
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1471. Engels an Marx in London; [Ramsgate|l 
1877 Juli 31. 
2 Adelaide Gardens, 
31. Juli 1877. 
Lieber Mohr, 
In aller Eile nur zwei Zeilen mit inliegendem Brief von 
W. Lliebknecht], der vielleicht auf deine „Zukunfts‘““ Antwort von 
Einfluß. Ich habe noch nicht direkt geantwortet, aber an Llieb- 
knecht] wegen der sonderbaren Zumutung, wir möchten doch ganz 
ıo anonymen Leuten unsre Manuskripte anvertrauen, weil ein Kon- 
greß ihnen den Charakter der Wissenschaftlichkeit dekretiert. Ich 
habe ihm ferner geschrieben, ich würde überhaupt nur noch aus- 
nahmsweise, und wenn ich selbst es für dringend hielte, Artikel 
schreiben. 
3 Wilhlelm] weiß offenbar selbst nicht, wie die Sachen stehn, — 
sonst könnte er den Bock wegen Wiede nicht schießen. Schöne 
Manier, eine wissenschaftliche Zeitschrift zu machen! Jedenfalls 
gut, daß keine Dühringerei. 
Die amerikanische Strikegeschichte hat mir viel Freude ge- 
2% macht. Die springen ganz anders in die Bewegung hinein als dies- 
seit des Wassers. Erst 12 Jahre nach Abschaffung der Sklaverei, 
und schon die Bewegung so akut! 
Knies ist sehr schön. Auch Dühring, bei dem Du wieder 
einmal richtig gerochen. Sein letztes Wort ist in der Tat, aus der 
2% Konfusion in die Ökonomie übersetzt, Wertbestimmung durch 
Arbeitslohn. 
Man wird sich an die Gegenwart der Russen zwischen Balkan 
und Donau wohl bis zum Herbst gewöhnen müssen. Die Türken 
haben einen sehr großen Teil ihrer regulären Truppen in den ser- 
1 bischen und montenegrinischen Kämpfen durch schlechte Verpfle- 
gung verkommen lassen, und an dem Rest hat Abdul Kerim sein 
Bestes getan, daß sie kaputt gehn, — ich zweifle, ob Mehemet Ali 
über 50000 Mann zur Offensive fähige Truppen hat, Osman 
Plascha] wird an 25000 haben und südlich vom Balkan noch 
1 25000. Das scheint Alles zu sein, der Rest ungedrillte Miliz, die 
im Felde nichts taugt. Wenn nun die türkische Regierung keinen 
voreiligen Frieden schließt, so kommen die Russen dies Jahr nicht 
nach Konstantinopel, aber wohl im November wieder über die 
Donau, und da sie die Festungen bisher gar nicht entamiert haben, 
u diese also — Unvorhergesehenes ausgeschlossen — für diese 
Kampagne wohl noch sicher sind, so können sie im Frühjahr wie- 
der von vorn anfangen — wenn überhaupt! 
Der elende Standardkorrespondent in Konstantinopel ver-
	        
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