Full text: Der Briefwechsel zwischen Marx und Engels 1868-1883 / [hrsg. von D. Rjazanov] (Abt. 3, Briefwechsel, Bd. 4)

(1874) 1877 Aug. 17 
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Schorlemmer hatte versprochen herzukommen; bisher aber 
nichts von ihm „vernommen“, wie Richard Wagner das ausdrückt. 
Und nun, old boy, mit besten Grüßen von Haus zu Haus, 
Dein Mohr. 
1475. Engels an Marx in Neuenahr; Ramsgate 
1877 August 25. 
2 Adelaide Gardens, Ramsgate, 
25. August 1877. 
Lieber Mohr, 
0 Durch Schorl[emmer] wirst Du bereits vorgestern oder spätes- 
tens gestern Nachricht von Longuets, Laf[arguels und uns erhal- 
ten haben; seitdem auch von Jenny direkt wegen Krankheit des 
Kleinen, bei der sie sich etwas zu sehr erschreckt hat, glücklicher 
Weise ist der Junge, wie sie heute schreibt, außer Gefahr. 
Wir gehn Dienstag von hier weg nach siebenwöchentlichem 
Aufenthalt, der mir sehr gut, der Lizzie aber noch lange nicht nach 
Wunsch bekommen ist. Ich werde sie, weather permitting, wohl 
noch einer stärkeren Luftveränderung aussetzen müssen. 
Zur kurierten Leber gratuliere ich. Auf die Höhen des Schwarz- 
% waldes mußt Du ja gehn, ich habe Sch[orlemmer] gesagt, er solle 
Dir die Karte von Baden, die mir 1849 gedient hat, mitbringen, 
hoffentlich hat er’s getan. Sie wird Dir dienen können, gerade das 
Gebirge ist für den Maßstab recht gut gezeichnet. 
Das Wetter wird sich bei Euch endlich wohl gebessert haben. 
% Wir haben es hier famos getroffen, Während es überall regnete, 
hatten wir es hier nur bewölkt. In 7 Wochen 2 regnige Nachmittage 
und heute den ersten wirklichen Regentag — doch auch mit län- 
geren Unterbrechungen —, damit kann man schon zufrieden sein. 
Was an Regen fiel, kam meist Nachts. 
o Die Bewegungslosigkeit der Türken liegt wesentlich in dem 
Mangel an Train. Eine Armee nicht bloß zum Schlagen, sondern 
auch zur freien Bewegung zu befähigen, scheint allen Barbaren 
und Halbbarbaren unmöglich zu sein: ihre mit Mühe und Not an- 
nähernd modern (zum Schlagen) organisierte Armee soll sich be- 
5 wegen mit den appliances einer alten barbarischen Armee. Man 
führt moderne Waffen ein, aber die dazu gehörige Munition muß 
selber sehn, wie sie mitkommt. Man organisiert Brigaden, Divi- 
sionen, Armeekorps und konzentriert sie nach den Regeln moder- 
ner Strategie, vergißt aber, daß sie dann nicht ihren Unterhalt 
to selbst suchen können wie ein Janitscharen-, Spahi- oder Nomaden- 
Schwarm. Das zeigt sich schon bei den Russen, noch mehr bei den 
Türken, und daher sind bei solchen Armeen alle Berechnungen 
Nr. 1475.
	        
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