1543) 1882 Sept. 16
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am 11. ungefähr ebenso hoch), fiel dann und steigt wieder lang-
zam seit gestern Abend. Obgleich generally in der ganzen Schweiz
arger Regen und Sturm (viel Erdrutschung und damit verbundne
„accidents‘“) ; um Vevey speziell relativ gutes Wetter (auch nur
ausnahmsweis kalt Morgens und in den ersten Abendstunden) . Wir
haben deswegen auch hier unsren Aufenthalt verlängert. Die Luft
hier ist heilkräftig. Trotz der beständigen Wechsel in Temperatur
und Luftfeuchtigkeit während desselben Tages geht mein Wohl-
sein crescendo. Ich glaube, daß der Katarrh aus bronchialem in
o gewöhnlichen sich verwandelt hat; doch werde ich darüber Gewiß-
heit erst in Genf erhalten, wo ich einen guten deutschen Arzt kon-
sultieren will, i. e. auskultieren lassen, Die von Dir vorgeschlagne
Reise ist aber, reizend wie sie wäre, bei den jetzigen Wetterver-
hältnissen der Schweiz nicht wohl ausführbar. Die Weinernte
scheint „nix“ hier für dies Jahr. Es schneit ditto sichtbar — und
früher wie gewöhnlich — auf den montagnes de la Dent du Midi;
auf dem Jura ist’s „regulär“.
Der Berner „Bund“ erklärt Wolseley für einen den alten Na-
poleon fast übertreffenden Feldherrn.
wo Die Mogelei mit den Russen hat einen Haken; es wäre mög-
lich, daß Bismarck mit Vergnügen sie, letztere, sich engagieren
lassen, aber dann kämen Österreichs „Tröstungen“ und compen-
sation für das preußische Kaisertum. Einschreiten der Russen in
Armenien kann daher zu allgemeinem Krieg führen und ist wahr-
ı scheinlich Bismarcks Wunsch.
Apropos! Der Dolch, wie Du die Roheit der Arbeit sehn mußt,
ist Kabylenarbeit. Was das Rohr für den Pfeifenkopf belangt,
brachte ich 3 Röhren mit (für nur eins war nur noch ein Pfeifen-
kopf in dem jardin d’acclimatation vorrätig), Röhren aus Bam-
%“ bus; ich wollte Helen und Tussy, da diese Röhren zu lang für ihre
malles, nicht belasten mit deren Transport, sondern sie selbst nach
London bringen.
Aus Brief von Jennychen — eben an Laura angekommen —
ersehe ich, daß Longuet mit Wolf und Harry zu Aubin.
5 Leider ist Jennychens Gesundheitsstand bedenklich, wie mir die
doctores (Feugier und Dourlen) schon zu Paris mitgeteilt. Jenny-
chen erwartet ängstlich aus London Nachricht über Johnny; sie er-
hielt no news seit Tussychens Reise mit J ohnny nach Yarmouth.
Laurachen schreibt heute auch an Jennychen und teilt ihr auch
o mit, daß all right mit John, und er bereits, wie wir aus Deinem
Brief sahen, in die Kleinkinderschule eingetreten,
Beste Grüße an Tussychen, Lenchen, Pumps, and not to for-
get, my grandson.
Jedenfalls schreiben wir Dir, falls wir Vevey verlassen.
Dein Mohr.
Marx-Engels-Gesamtausgabe, IM. Abt., Bd. 4 36