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(1565) 1882 Dez, 18
1565. Marx an Engels in London; [Ventnor] 1882
Dezember 18.
18. Dezember 1882.
Dear Fred.
Retour des Manuskripts; sehr gut!
Doktor war eben wieder hier; ich kann nicht sagen, daß ich pro-
gress sehe, cher das Gegenteil. Es ist nicht kalt in der Außenwelt,
aber regnicht, feucht, und der Doktor behauptet, er könne Aus-
gang nicht erlauben, bis ein schöner Tag; er wolle die Verantwor-
lung sonst nicht nehmen.
Au diable! il faut patienter!
Salut.
A
Der Mohr.
1566. Engels an Marx in Ventnor: London 1882
Dezember 19.
7.
London, 19. Dezember 1882.
Lieber Mohr,
Gestern Abend 5 Uhr Deinen Brief, heute Morgen das Manu-
skript zurückerhalten. Dein Urteil sehr schmeichelhaft, ich kann’s,
wenigstens was die Form angeht, nicht teilen. Da heute schöner z
warmer Mittag, wirst Du wohl endlich auf ein paar Stunden vom
Hausarrest entbunden worden sein. Wir hier haben freilich seit
1 Uhr wieder zunehmenden, ab und zu nächtlich werdenden Nebel.
Die Podolinski-Geschichte stelle ich mir so vor. Seine wirkliche
Entdeckung ist die, daß menschliche Arbeit im Stande ist, Sonnen- 2;
energie länger auf der Oberfläche der Erde festzuhalten und wir-
ken zu lassen, als ohne sie der Fall sein würde. Alle seine daraus
gezognen ökonomischen Folgerungen sind falsch. Ich habe das
Ding nicht zur Hand, las es aber noch neulich italienisch in der
Plebe. Den Fragepunkt: Wie kann die in einer bestimmten Menge z
Nahrungsmittel gegebne Energiemenge durch Arbeit eine größere
Energiemenge hinterlassen als sie selbst, löse ich mir so: Gesetzt,
die für einen Menschen täglich nötigen Lebensmittel repräsen-
tieren eine Energiemenge, ausgedrückt durch 10000 WE (Wärme-
einheiten). Diese 10000 WE bleiben in alle Ewigkeit = 10000 WE ss
und verlieren in der Praxis, bei der Umwandlung in andre
Energieformen, wie bekannt, durch Reibung etc. einen nicht nutz-
bar zu machenden Teil. Im menschlichen Körper sogar bedeutend.
Die in der ökonomischen Arbeit geleistete physikalische
Arbeit kann also nie = 10000 WE sein, sie ist immer kleiner. 4