Full text : Der Briefwechsel zwischen Marx und Engels 1868-1883 / [hrsg. von D. Rjazanov] (Abt. 3, Briefwechsel, Bd. 4)

RR

(1127) 1868 April 22

beitslohn sich nur langsam dem Wechsel im Geldwert akkommodiert.
 (So Ende des 16. und im 17. Jahrhundert.) Wenn umgekehrt,
 mit steigendem Geldwert, der Arbeitslohn nicht im selben
Verhältnisse fällt, so fällt die Rate des Mehrwerts und daher,
zaeteris paribus, die Profitrate.
Diese beiden Bewegungen, das Steigen der Profitrate mit sinkendem
 und ihr Sinken mit steigendem Geldwert, sind, unter
diesen Umständen, beide nur dem fact geschuldet, daß der
Preis der Arbeit noch nicht mit dem neuen Geldwert ausgeglichen
ist. Die Phänomene (und ihre Erklärung ist längst bekannt) hören z
auf nach der Ausgleichung von Arbeitspreis und Geldwert.
Hier beginnt die Schwierigkeit. Die sogenannten Theoretiker
sagen: Sobald der Arbeitspreis dem neuen Geldwert entspricht,
z. B. gestiegen ist mit dem fallenden Geldwert, drücken sich beide,
Profit und Arbeitslohn, in so viel mehr Geld aus. Ihr Verhält- x
nisbleibtalso dasselbe. Es kann also kein Wechsel in der
Profitrate stattfinden. Dagegen antworten die Spezialisten, die sich
mit der Geschichte der Preise beschäftigen, durch facts. Ihre Erklärungen
 sind bloße Redensarten. Die ganze Schwierigkeit beruht
 auf Verwechslung von Rate des Mehrwerts und Pro-z
fitrate. Unterstellen wir, daß die Rate des Mehrwerts dieselbe
 bleibt, z. B. 100%, so steigt, bei Fall des Geldwerts um
"10, der Arbeitslohn 100.£ (sage für 100 Mann) auf 110 und der
Mehrwert ebenfalls auf 110. Dasselbe Gesamtquantum Arbeit,
das sich früher in 200, drückt sich jetzt in 220 £ aus. Ist also 2
der Preis der Arbeit mit dem Geldwert ausgeglichen, so kann die
Rate des Mehrwerts weder wachsen noch fallen durch
irgendeinen Wechsel im Geldwert, Gesetzt aber, die Elemente,
oder einige Elemente, des konstanten Kapitalteils sänken im
Wert in Folge wachsender Produktivität der Arbeit, deren Pro- 0
dukte sie sind. Ist der Fall ihres Werts größer als der Wertfall
des Geldes, so wird ihr Preis sinken, trotz dem gesunkenen Geldwert.
 Entspräche ihr Wertfall nur dem Wertfall des Geldes, so
bliebe ihr Preis unverändert. Wir wollen den letzteren Fall annehmen.

Also z. B. das Kapital von 500 in einem besondern Industriezweig
 sei zusammengesetzt wie 400 c + 100 v (ich denke im
[I. Band statt en etc. 400 c etc. zu schreiben, da es weniger umständlich.
 Qu’en penses-tu?), so haben wir, bei Rate des
Mehrwerts von 100% : 400 e + 100v + 100 m = 20%,
= 20% Profitrate. Fällt der Geldwert um !/x, steigt daher
der Arbeitslohn auf 110, so ditto der Mehrwert. Bleibt der Geld-DE


            
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