thumbs: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

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VIT, AbjOnitt: Einzelne Schuldverhältniffe, 
Ijpr. d, DLG. Bd. 4 S. 248 ff. Hinfichtlih des von einem Landbhriefträger 
benüßten Pferdes. 
Wer jedoch an dem Tiere und defjen Nußungen keinerlei Intereffe 
hat, fan nicht al8 Tierhalter erachtet werden (fo Urt. d. Meichsger. vom 
11. April 1907 NGE, Bd. 66 S. 1 ff. [gegen Urt. d. DLSG. Hamburg vonı 
29. Mat 1906 Kipr. d. OLG. Bd. 14 ES. 44 ff] hinfichtlich einer Landwirt» 
jhaftsfammer, die für Landwirte den direkten Abfaß_ von Schlachtvieh an 
einen fräbtijcben Schlachthof vermittelt; vgl. Urt. d. OLG. Karlsruhe vom 
16. Mai 1904 D. Zur.3. 1906 S. 152 hinfichtlih deS Werhältniffes zwijchen 
CB und Gemeinde und Urt. d. Meichsger. vom 20. Februar 1908 
D. Sud 1908 S. 537 binfichtlidh des VBerhältnifies zwifchen Trainer und 
Kennftallbefißer, Urt. d. DLSG. Kafiel vom 13. November 1905 Seuff. Arch. 
Bd. 61 Nr. 154 hinfichtlich der Haltıng eines GemeindebullensS, Urt. d. VLG. 
München vom 26. Oktober 1909 Bl. 1. RAY. Bd. 75 S. 42 f.: der Vater 
ift Halter des zum Vergnügen des Sohnes8 gehaltenen Hundes). 
Die Nebergabe eines Tieres an einen andern zur Wartung und 
Pflege IchlieBt die Tierhaltereigenfdhaft nicht unbedingt aus (Urt. d 
Meichäger. vom 20. Yuni 1910 Recht 1910 Nr. 2825). 
Wie Ihor erwähnt, jorbert der Begriff des Tierhalter auch eine gewilfe 
Dauer infofern, als feine Beziehung zum Tiere nicht ganz vorlibergehender 
Natur fein dart (Jo außer dem bereits erwähnten Urt. d. Neichsger. vom 
3. Yuli 1902 auch Urt. d. Keichsger. vom 2. Iuli 1993 ROEC. Bd. 55 S. 166, 
vom 15. Sehruar 1906 ur Wichr. 1906 S. 197 ff, Urt. d. DL®. Iena 
vom 15. Januar 1902 Ilpr. d. OLG. Bd. 4 S. 246 ff., Urt. d DLSG. Nayım- 
burg vom 22. Mai 1903 Seuff. Arch. Bd. 58 Nr. 210, Urt. d. DL® Frank 
Furt a. 3. vonı 20. Juni 1902 Mecht 1902 S. 533, Urt. d. DLG. Karlsruhe 
bom 16. Mai 1904 Hecht 1904 S. 314, Urt. d. DLS. München vom 7. November 
1905 Seuff. Arch. Bd. 61 Nr. 174; ebenfo BPland Bem. 6, Kuhlendeck Note 2, 
vo. ®önigslbm in Iur. Wichr. 1902 S, 6, Hagelberg S, 88 F., and. Ant. 
Litten S. 123 ff, Linsmayer in Bl. ff. NA. Bd 68 S 28 ff, Endemann 
in D. Yur.3. 1903 S. 161 ff. und Fleifhauer in Jur Wichr. 1902 S 115 ff., 
der auch den SonntagSreiter, der auf eine Stunde ein Pferd entleiht, als 
Tierhalter erflärt; dagegen wiederum v. Aöninslim ebenda S. 240 #.; 1. 
auch Schubmacher a. a. D.). , . R 
MNMaßgebend it aber hiebei nicht, mie lange fihH zur BHeit der 
Schadensftittung das Tier bereit3 hei der als Halter in Anfpruch genommenen 
Berfon tatfächlich befunden hat, fondern, ob die Ubficht diefer Berfon 
‘menigften8 eventuell, 3. B. bet Nichtzuftandekommen des geplanten fojortigen 
Weiterverfaufs) auf längeres Behalten des Tiere8 gerichtet war (vgl. Urt. 
d. Rammerger. vom 22, Mai 1903 Recht 1903 S. 340 und Urt d. Reichsger. 
bom 20. Noventber 1905 ROS. Bd. 62 S. 82). Demgemäß erfcheint der- 
jenige, dem ein Tier zugelaufen ift, al8 Halter, wenn er beablichtigt, 
das Tier zu behalten, nicht aber, wenn er her ift, e& dem Eigentümer 
urüczuftellen (ebenfo Dertmann Ben. 4, a, I, Zijher-Henle Note 4). Ander- 
Ks wird bie Anwendbarkeit des 8 833 nicht dadurch ausgeichlofen, daß das 
Tier nur mehr fIurze Beit behalten werden foll (jo Urt. d 
KeidhSger. vom 26. Mai 1910 Iur. Wichr. 1910 S. 706 hinfichtlihH eines 
verkauften, bi8 zur bevorftehenden tatfächlihen Mitnahme heim Berkäufer 
belaffenen Pferdes). , | , 
Wenn der Eigentümer des Tieres {ih der tatfächlihen Herrichaft 
über das Tier dadurch entäußert, daß er eS einem anderen zu Ddeften 
eigenem felbjitändigen Gebrauch ohne jedes Entgelt übergab, fo fol 
nach Urt. d. Neichsger. vom 20. November 1905 RGE. Bd. 62 S. 79 ff. 
der andere, audhH wenn er das Tier nur vorübergehend in feinen 
Betrieb einftellte, a8 Tierhalter Gmwar nicht nad dem Sprachgebrauch, aber 
nach dem Sinne und Grundgedanken des 8 833) anzufehen jein; dagegen 
mit NechHt Plane Bem. 6 a. E., Enneccerus S. 1179 Bem. 17, DVertmann 
Bem. 4, a, d, Frande, Tierbalterhaftung S. 38, Urt. d. DLG. Katfel vom 
12, November 1908 Seuff. Arch. Bd. 65 Nr. 72). nn 
Da das Halten eines Tiere8 kein Rechtsgefchäft, fondern ein rein tatfäch- 
liches N DE ift, fann auch eine gef äft8unfähige oder in der 
SGefhHäftsfäbhigkeit befhränkte Perfon ohne Nückficht auf die Ein 
een ihres gefeßlidhen Vertreters Tierhalter und daher nach Maßgabe 
de8 S 833 haftbar fein (ebenfo Kohler S. 496 ff.; and. Anf. Pland Bem. 8, 
weil das Halten eine3 Tiere8 eine Recht8handlung fei); aleichgültig ft daber 
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