Full text: Der Briefwechsel zwischen Marx und Engels 1868-1883 / [hrsg. von D. Rjazanov] (Abt. 3, Briefwechsel, Bd. 4)

(1140) 1868 Juni 20 
1140. Marx an Engels; 1868 Juni 20. 
a7 
20. Juni 1868. 
Dear Fred, 
Gleich bei meiner Rückkehr nach London — unsre Reise war 
; famos — fand ich ganzen Bündel von Tritt- und Drohbriefen. Man 
hatte die Leute abgewiesen unter dem Vorwand, daß ich „auf 
Reise“ sei. Aber es scheint, als ob der elektrische Telegraph den 
Kerls meine Rückkehr verkündet. Si licet parva componere magnis, 
so erzählt old Niebuhr (der Vater des historian), mit welcher Ge- 
 schwindigkeit die facts des Silesian war durch bloße Telegraphie 
des Volksmauls in no time von Europa nach Asien kutschierten. 
Und unter Gläubigern scheint diese naturwüchsige Telegraphie 
noch akuter zu wirken. Unter den Tretereien sind verschiedne, die 
kaum noch für eine Woche aufzuschieben; die schlimmste aber 
6 einliegender, Dienstag zahlbarer Wisch, denn mit dem public 
Absperren der Gassupply wäre überhaupt kein Haltens mehr. 
Letzten Dienstag Sitzung der Internationale, Unterdes waren 
mir Papiere zur Hand gekommen, welche ein rescinding der Reso- 
lutions as to the Congress unvermeidlich machten. D’abord die 
o Erklärung des Justizministers Bara, daß der Kongreß nichtin 
Brüssel stattfinden dürfe. Zweitens: Gedrucktes Manifest des 
Brüssler und Verviers Committees, worin sie dem Minister den 
Fehdehandschuh hinwerfen. Drittens: Briefe von de Paepe 
und Vanderhouten, daß wir die Gesellschaft in Belgien durch Ver- 
% legung des Kongresses ruinieren würden. Man werde es als Kon- 
zession an die Regierung auslegen etc. 
Ich spreche gar nicht von den lausigen Intrigen des jetzt hier 
befindlichen Vesinier, ferner Pyats usw. Sie verbreiteten natürlich 
das Gerücht, wir arbeiteten unter Bonapartes Diktat. 
” Sie glaubten in dieser letzten Sitzung großen Skandal erwarten 
zu dürfen und hatten daher Hospitanten zu uns geschickt. Sie 
waren sehr disappointes, als ich, unter Verlesung der und Bezug- 
nahme auf die etc. Aktenstücke, meine Resolutions zurücknahm. 
Ich drehte die Sache so: Das Gesetz gegen die foreigners war 
% durchaus keine spezielle Drohung gegen die Internationale. Es 
war allgemein. Die Internationale aber hätte der belgischen 
Regierung Konzession gemacht, wenn sie Brüssel unter solcher 
Gesetzgebung zum meetingplace gewählt. Jetzt sei die Sache um- 
gekehrt. Wir würden jetzt, nachdem die belgische Regierung uns 
% direkt bedroht und provoziert, ihr eine Konzession machen, wenn 
wir den Congress von Brüssel verlegten etc. Gleichzeitig machte 
ich einige sehr schnöde Witze über den heroischen Ton, den die 
Angreifer meiner Resolutions (Odger etc.) , bevor ihnen der chan- 
ged state of cireumstances bekannt, angeschlagen. The only dan-
	        
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