fullscreen: Die Theorie der Volkswirtschaft

Vierzehntes Kapitel. 
I. Das allgemeine Schema. 
1. Verteilung der Produktivkräfte in der 
Naturalwirtschaft. 
Im ersten Kapitel haben wir schon darauf hingewiesen, daß 
der Mensch in seiner wirtschaftlichen Tätigkeit, ebenso wie das 
Tier im Kampfe ums Dasein, nach dem Prinzip der Krafterspar 
nis handelt. Wie Molieres Held keine Ahnung hat, daß er Prosa 
spricht, so wußte auch das wirtschaftende Subjekt nicht, daß es, 
diesem Prinzip gemäß handelnd, die Entwicklung der Produktiv 
kräfte der Gesellschaft förderte und dadurch die moderne ökono 
mische Ordnung schuf. 
Wir haben auch gesehen, daß die Organisation der Wirt 
schaftssysteme von der Bevölkerungsdichte abhängt, und daß die 
ses System die Verteilung der Produktivkräfte in jeder Wirtschaft 
bestimmt. Jetzt wollen wir nun untersuchen, wie sich die Ver 
teilung der Produktivkräfte gestaltet, und zwar zuerst in der ein 
fachsten Wirtschaft, in der Naturalwirtschaft. 
Hier wird nur zur Befriedigung der eignen Bedürfnisse pro 
duziert. Die Bedürfnisse der Menschen sind aber sehr verschie 
den, wobei, wie wir schon bemerkt haben, jedes Bedürfnis mit 
seiner Befriedigung seine relative Dringlichkeit verliert. An 
seine Stelle tritt dann ein anderes Bedürfnis. Es wirkt hier ein 
bestimmtes psychologisches Gesetz, wonach die Empfindung bei 
der Wiederholung des Reizes abgeschwächt wird. Kein Gegen 
stand ruft, nachdem einmal das Bedürfnis nach ihm befriedigt 
worden ist, noch solche Empfindungen hervor, wie zu Anfang. 
Nicht allein die Bedürfnisse müssen indes in Betracht gezogen 
werden, sondern auch der Umfang der Produktivkräfte. Jeder
	        
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