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(im Verhältnis) mehr den Baunebengewerben als dem eigentlichen
Baugewerbe zugute. Wir erinnern uns, daß es in der Zeit von 1882
bis 1907 gerade umgekehrt war. Damals blieben die Bauneben-
gewerbe in ihrer zahlenmäßigen Ausgestaltung hinter dem Hoch-
und Tiefbau zurück, welcher Berufszweig die dringenden Bedürf-
nisse an Wohnungen und an Industrie- und Verkehrsanlagen be-
friedigen mußte.
Die Zahl der Betriebe hat sich ähnlich wie die des Personals
beim Hoch-, Eisenbeton- und Tiefbau gegen 1907 kaum verändert. Die
durchschnittliche Betriebsgröße entspricht also im ganzen derjenigen
der Vorkriegszeit: sieben Personen. In den Baunebengewerben ent-
spricht der größeren Zunahme des Personals auch ein größeres Plus
an Betrieben.
Die Zählung von 1925 war zu einem Zeitpunkt vorgenommen
worden, an dem sich die deutsche Wirtschaft — dank der Auslands-
kredite — in verhältnismäßig günstiger Lage befand. Kurz nach der
Zählung setzte jedoch ein empfindlicher Rückschlag ein. Die Stabili-
sierungskrise, die durch die Aufnahme von Auslandsanleihen eine
Zeitlang hinausgeschoben werden konnte, begann sich jetzt aus-
zuwirken. Die zweite Hälfte des Jahres 1925 und die erste Hälfte
des Jahres 1926 standen unter dem Zeichen einer schweren
Depression der Wirtschaft. So zeigt die Zahl der bei den Berufs-
genossenschaften versicherten Personen von 1925 bis 1926 einen
Rückgang
im Bergbau ............... von 813000 auf 749000
in der Eisen- und Metallindustrie ‚. , 2627000 , 2096000
„ »„ Textilindustrie ......... „ 976000 „„ 902000
Neben der Wirtschaftsdepression kommen in diesem Rückgang der
Personenzahlen auch die Rationalisierungsmaßnahmen zum Aus-
druck, die namentlich in den Betrieben der Produktionsmittel-
industrien (Bergbau usw.) zahlreiche Menschenhände überflüssig
gemacht haben.
Diese rückläufige Bewegung der Wirtschaft hat jedoch das Bau-
gewerbe selbst nur wenig getroffen. Die Zahl der versicherten Per-
sonen sank von 1 587 000 im Jahre 1925 auf 1558 000 im Jahre 1926.
Seit 1926 hat unter den Einwirkungen zunehmender Konso-
lidierung der Wirtschaft auch im Baugewerbe die Zahl der Be-
schäftigten wieder zugenommen. Die Statistik der Gewerbeaufsichts-