Object: Ferdinand Lassalle

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flüchtet querfeldein und erreicht endlich Paris. Aber 
da er aus Gefälligkeit auch den Reisesack Oppenheinis 
mitgenommen, denselben indes ebenfalls im Waggon 
zurückgelassen hatte, so findet man Oppenheims Papiere 
darin und arretiert diesen als des Diebstahls verdächtig. 
Der Richter eines obern Gerichtshofes, der Sohn 
eines fünffachen Millionärs, ins Gefängnis gebracht 
wegen Diebstahls! Denken Sie sich, welches Auffehen 
dies in ganz Deutschland machte. 
Es gelang mir, Zugang in das Gefängnis Oppen 
heims zu finden. Ich nahm ihm das Versprechen ab, 
daß, falls der Graf seiner Frau Gerechtigkeit wider 
fahren lassen wollte, er, Oppenheim, über die eigent 
liche Veranlassung seiner Tat schweigen würde. Er 
versprach eö mir. Ich sage eS zu seinem Lobe, dieses 
Versprechen war eine Heldentat von ihm, denn wenn 
er den Grund seiner Tat nicht gestand, so lief er die 
größte Gefahr, als gemeiner Dieb verurteilt zu werden. 
Das war ein unerhörtes Opfer. Aber wir waren über 
eingekommen, alles zu tun, um dieser Frau zu helfen, 
und er versprach es mir fest. Ich ließ dem Grafen den 
Vorschlag machen. Er wies ihn ab. Nun aber ent 
brannte der eigentliche Kampf. Er entbrannte mit einer 
Erbitterung ohnegleichen. Da Mendelssohn in Paris 
flüchtig war und Oppenheim im Gefängnis saß, so 
war ich schon von Anfang des Kampfes ganz allein 
und blieb es auch, wie Sie bald sehen werden, während 
seiner ganzen Dauer. Dies verringerte jedoch nicht im 
mindesten meinen Mut. 
Ich begann eine Flut von Prozessen über den Grafen 
zu ergießen. Bis dahin hatte ich nicht Jurisprudenz
	        
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