Anforderungen. Verschiedene Arten -
nauigkeit mit volkstümlicher und gemeinver-
ständlicher Ausdrucksweise vereinige. Der Ver-
fasser selbst darf zwar keineswegs, auch nicht bei einer
solchen Arbeit, auf sein wissenschaftliches Rüstzeug ver-
zichten; er kann aber seinen Apparat hier nicht in gleicher
Weise verwenden, wie er es bei einer wissenschaftlichen
Untersuchung tun: würde. Er muß sich in den meisten
Fällen mit. dem Hinweis auf die hauptsächlicheren Quellen-
werke begnügen, ohne einen jeden Punkt seiner Ausführungen
mit gelehrten Anmerkungen ‚und Quellennachweisen be-
gleiten zu können. Die Beweise müssen ebenfalls in ein
populäres Gewand gekleidet werden, So daß ihre Beweis-
kraft in der für weitere Kreise wirksamsten Weise hervor-
tritt. Dabei müssen manche Voraussetzungen, die man bei
einer eigentlichen wissenschaftlichen Untersuchung als selbst-
verständlich übergehen kann, ausdrücklich hervorgehoben
und erklärt werden.
Für die Darstellung sind außerdem die späteren Ausführungen des
zweiten Teiles (19. bis 22. Kapitel) zu vergleichen. — Was von der
schriftlichen Darstellung gilt, läßt sich auch leicht auf das gesprochene
Wort bei volkstümlichen Vorträgen anwenden,
85. Verschiedene Arten. Die populär-wissenschaft-
liche Darstellung kann in verschiedener Weise praktische
Verwendung finden.
1. Zunächst bieten zahlreiche Zeitschriften und wissen-
schaftliche Beilagen von Tageszeitungen dazu willkommene
Gelegenheit. In längeren oder kürzeren Artikeln oder
Artikelreihen lassen sich dort wissenschaftliche Fragen in
gemeinverständlicher Weise behandeln. Der ausgedehnte
Leserkreis, an den man sich insbesondere bei den größeren
Tageszeitungen wenden kann, mag diese Art für viele als
recht verlockend erscheinen lassen. Sie kann auch ihren
großen Nutzen haben. Aber es bleibt auch immer zu be-
denken, in welcher Gesellschaft man bei einer solchen
Tageszeitung auftritt. Für gewöhnlich gibt diese einem Blatte
seine Richtung und sein Gepräge. Man wird sie sich daher
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