950
Schmiermittel.
8. Bestimmung von Wasser und Asche.
a) Bestimmung des Wassers. In hellfarbigen ölen gibt sich ein Wassergehalt
durch die emulsionsartige Trübung nach dem Schütteln kund. Nach D. Holde
kann man auch das öl mit einer Messerspitze voll entwässertem Kupfersulfat er
wärmen. Schon Spuren von Wasser geben sich durch Grün- bis Blaufärbung des
Kupfersalzes zu erkennen.
„Der Wassergehalt der Öle ist nur dann quantitativ zu bestimmen, wenn die
qualitative Probe einen merklichen Wassergehalt erkennen ließ. Bei ölen, die unter
240° C. im Pensky-Apparat entflammen, erfolgt die Bestimmung so, daß die Ge
wichtsverluste gewogener, etwa gleichgroßer Mengen (je 10—15 g) des ursprüng
lichen und des entwässerten Öles beim Erhitzen in Glasschalen auf dem kochenden
Wasserbade bis zum Verschwinden jeglicher Schaumhildung bestimmt werden. Aus
dem Unterschiede der Gewichtsverluste beider Proben ist der Gehalt an Wasser im
ursprünglichen Öl zu berechnen. Die Entwässerung des Öles vor dem Erhitzen
geschieht durch Schütteln des schwach erhitzten Öles im Erlenmeyer-Kolhen mit
Chlorcalcium und nachheriges Filtrieren auf trockenem Filter.“
b) Bestimmung der Asche. Wenn das öl in Benzin oder Benzol vollkommen
löslich ist, ist eine Bestimmung des Aschengehaltes überflüssig. Zur Bestimmung
des Aschengehaltes verfährt man nach D. Holde folgendermaßen:
20—30 g öl werden in einem Porzellantiegel abgewogen; darauf senkt man
in denselben ein als Docht dienendes zusammengerolltes aschenfreies Filter 1 ), läßt
dieses sich voll öl saugen und zündet es darauf an. Wenn das öl vollkommen
heruntergebrannt ist (nach 3—4 Stunden), wird der Rückstand vollständig verascht.
Bei dunklen asphalthaltigen Ölen ist dieses Verfahren nicht anwendbar, da
das Filter sehr bald verkohlt und die Flamme erlischt. Bei diesen wird der Tiegel
mit dem öl mit kleiner Flamme so lange vorsichtig erhitzt, bis es bei der An
näherung einer Flamme an die Oberfläche von selbst weiter brennt. Die Erhitzung
wird mit kleiner Flamme so lange fortgesetzt, bis die flüssigen Teile des Öles ver
brannt sind; alsdann wird der Tiegelinhalt mit starker Flamme unter teilweiser
Bedeckung des Tiegels mit dem Porzellandeckel bis zum Verschwinden der Kohle
geglüht.
Gut raffinierte Maschinenöle dürfen höchstens 0,01 °/ 0 , Zylinderöle höchstens 0,1 °/ 0
Asche enthalten. Ein etwaiger höherer Aschengehalt kann nach den bekannten analytischen
Verfahren auf seine Bestandteile untersucht werden.
9. Analytische Konstanten der Schmieröle und ihrer Yerfälschiiiigsmittel.
Die analytischen Konstanten der meisten als Schmieröle dienenden Öle und Fette
sind bereits in den Tabellen S. 542—545 aufgeführt. Die wichtigsten dieser Werte
seien hier unter Zufügung einiger weiteren öle nochmals übersichtlich zusammen
gestellt:
^Siehe Tabelle S. 951.)
10. Nachweis von Harz und Harzöl im Mineralöl. „Zur Prüfung auf Harzöl
wird eine kleine Probe des Öles (5 ccm) stark mit Schwefelsäure vom spezifischen
Gewicht 1,62 geschüttelt. Wenn nach Trennung der Schichten eine Gelb- bis Braun
färbung, nicht aber die dem Harzöl eigentümliche Rotfärbung der Säureschicht ein-
tritt, ist das öl harzölfrei. Bei eingetretener roter oder zweifelhafter dunkler
Färbung der Säure ist das Öl nach den bekannten quantitativen Verfahren (Storoh-
*) Das Filter wird zweckmäßig durch einen Platindraht mit Schlinge, der quer über
den Tiegel gelegt wird, festgehalten.