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Schmiermittel.
5. Bestimmung des Säuregehaltes, a) Bei hellen Ölen werden 10 g in
einem neutralen 1 ) Gemisch von 50 ccm Alkohol und 25 ccm Äther gelöst und unter
Anwendung von Phenolphthalein als Indikator mit alkoholischer 1 / 10 N.-Natronlauge
bis zur Rotfärbung titriert.
Die gefundenen Kubikzentimeter 1 / 10 N.-Lauge entsprechen bei Anwendung
von 10 g öl direkt den (Burstyn’sehen) „Säuregraden“ (= „Säurezahlen“). Inder
Mineralölindustrie ist es bislang üblich, den Säuregehalt der öle auf Schwefelsäure
anhydrid (1 ccm 1 / 10 N.-Lauge = 0,0040 g S0 8 ) umzurechnen; bei fetten ölen da
gegen berechnet man den Säuregehalt meist auf Ölsäure (1 ccm 1 / 10 N.-Lauge
= 0,0282 g Ölsäure).
b) Bei dunkelen Ölen 2 ) durchschüttelt man 20 ccm öl in einem Zylinder
mit Glasstopfen kräftig mit 40 ccm neutralem absolutem Alkohol, läßt absitzen und
verwendet von der alkoholischen Flüssigkeit 20 ccm zur Titration nach a. Der
gefundene Wert wird durch Division durch das spezifische Gewicht des Öles auf
Gewichtsprozente umgerechnet.
Beträgt der Säuregehalt mehr als 0,03 °/ 0 SO ;i , so muß mau die Ausschüttelung nach
dem Ahgießen des im Zylinder verbliebenen Alkoholrestes noch mehrmals mit 40 ccm
Alkohol wiederholen und die gefundenen Werte zu dem ersten addieren. Nach D. Holde
kann man sich jedoch mit genügender Genauigkeit die folgenden Ausschüttelungen ersparen,
wenn man folgende Korrektur für die 2. und 3. Ausschüttelung in Rechnung setzt:
Erste Ausschüttelung (°/ 0 S0 3 ) 0,015- 0,025—0,033—0,069—0,089—0,099-0,115—0,145 °/ 0
Korrektur 0,005 0,010 0,015 0,020 0,025 0,030 0,035 °/ 0 .
c) Mineralsäuren, als welche wohl nur Schwefelsäure in Frage kommt,
weist man in einem öle dadurch nach, daß man 100 g öl nach dem Erwärmen mit
100 ccm Wasser gehörig durchschüttelt, nach Trennung der Flüssigkeit einen Teil
der wässerigen Schicht klar filtriert und diesen mit einigen Tropfen einer alkoholischen
Lösung von Methylorange (Tropaeolin 00) versetzt. Bei der geringsten Spur freier
Mineralsäure färbt sich das mit dem öl geschüttelte Wasser deutlich rosa, während
freie Fettsäuren auf die ursprünglich goldgelbe Färbung gar nicht verändernd
ein wirken.
Nach D. Holde enthalten helle raffinierte Mineralöle keine oder nur Spuren (bis
0,03°/ 0 S0 3 ) von freier Säure, dagegen steigt der Säuregehalt in dunklen Ölen bis 0,3°/ 0
S0 3 oder, wenn Abfallöle mit verarbeitet sind, auch bis 0,6 °/ 0 S0 3 . In der Regel beträgt
aber auch bei dunklen Ölen der Säuregehalt nicht mehr als 0,15°/ o S0 3 .
Öle, welche weniger als 0,01 °/ 0 S0 3 entsprechende Säuremengen enthalten, werden
als „säurefrei“ bezeichnet.
6. Bestimmung des Asphaltgehaltes. „Die Bestimmung der Löslichkeit heller
Mineralöle in Benzin und Benzol ist im allgemeinen entbehrlich; nur wenn Trübungen
zweifelhafter Beschaffenheit vorliegen, wird eine solche Prüfung nötig.“
„Dunkle öle sollen in Benzol völlig löslich sein.“
„Zur Ermittelung des Asphaltgehaltes dient die Bestimmung der Lös
lichkeit in reinem Petroleurabenzin. Das Benzin soll das spezifische Gewicht 0,69
bis 0,71 bei + 15° und die äußersten Siedegrenzen 65° und 95°C. haben. Die Auf
1 ) Ist das Gemisch nicht neutral, so wird es vorher unter Verwendung von
Phenolphthalein als Indikator mit der alkoholischen 1 / 10 N.-Natronlauge neutralisiert.
’) De Negri und Fabris haben für die Titration dunkeier Fette die Anwendung
von Alkaliblau 6h von Meister, Lucius und Brüning empfohlen, das in saurer Lösung
blau, in alkalischer rot ist. Wenn die Anwendung dieses Indikators möglich ist, kann die
Titration der Säure auch, hei dunkelen Fetten nach dem Verfahren unter a erfolgen.