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FRANKREICH. — Militär Landmacht).
Heer im J. 1812, ungefähr 743,000 M., oder ohne die Gehörten des
ersten Heerbannes (Nationalgarde) und die Gendarmerie : (i()2,00(i Mann
Hiezu : die Truj)pen des Königreichs Italien 40,000
Neapels 50,000
der deutschen Rheinbundstaaten . . . 120,000
Polens {des »Herzogthunis "Warschau«) . 50,000
, Zusammen mehr als 900,000 Mann
Zum russischen Feldzuge stellte aber auch Oesterreich ein Hülfs-
corps von 30,800, Preussen ein solches von 23,300 Mann. — Die ganze
M'ftcht, welche gegen das Czaarenreich in Bewegung gesetzt wurde, be
trug (nach Thiers) 420,000 M. ; durch Nachsendungen stieg die Zahl
auf 533,000. Hievon kamen als geordnete Corps nur noch zurück: un
gefähr 30,000 Oesterreicher und Sachsen, und 15,000 Preussen und
Polen. Aus den aufgelösten Truppen sammelte man später wieder 30—
40,000. Die Russen machten nach ihren Angaben gegen 100,000 Ge
fangene. Manche Flüchtlinge gelangten vereinzelt (siech!) in ihre Hei-
math zurück. Jedenfalls gingen auf französischer Seite wenigstens 300,000
der kräftigsten jungen Männer zu Grunde. *) — Dies gegen Russland
geführte Heer bestand übrigens zur grössern Hälfte aus Nichtfranzosen.
Es zählte :
Infanterie : Bataillone 299 französische, 306 verbündete, zus. 605
Cavallerie: Schwadr. 251 - 275 - - 526
Pferde: 34,580 - 40,140 - - 74,720
Das Verhältniss der Franzosen mindert sich noch weit mehr, wenn
man die Deutschen, Italiener und Schweizer aus den Frankreich unter
worfenen Provinzen abrechnet.
Die Aushebungen unter der Regierung Napoleons I. betrugen
nach den Senatus-Consulten nahezu drei Millionen Mann. Davon
kamen auf das J. 1813 nicht weniger als 1’140,000, nemlich:
11. Jan. Senat.-Consult (sogleich nach dem russischen Feldzuge) 350,000 M.
3. Apr. ditto (nach der Kriegserklärung Preussens) .... 180,000 -
24. Aug. ditto 00,000 -
9. Oct. ditto (nach dem Beitritte Oesterreichs zur Allianz' . . 280,000 -
15. Nov. ditto (nach der Leipziger Niederlage) 300,0l(g -
Ausserdem sollten 174,600 Nationalgardisten für den Festungs
dienst verwendet werden. (Die Neuzeit sah nur scheinbar stärkere Aus
hebungen ; vergl. Verein. Staaten.) Um jene ungeheuere Conscribirten-
zahl aufzubringen, bot man einerseits die gesetzlich erst in den Jahren
1814 u. 15 dienstpflichtigen Jünglinge zum Voraus auf; anderseits grift’
man zurück, zunächst auf die Classen von 1809—12, dann auf die von
1807, endlich sogar auf die vom J. XI der Republik (1803). — Anfangs
des Feldzugs von 1813 besass Napoleon entschieden die zahlreichere
Macht. Nach dem Anschlüsse Oesterreichs an die Verbündeten änderte
sich das Verhältniss, doch keineswegs sehr bedeutend. Nach Bernhar-
di’s kritischer Berechnung (in Toll’s Denkwürdigkeiten) war die Stärke
der Heere auf dem Hauptkriegsschauplatze in Deutschland im Aug. 1813:
Als die grosse Armee Moskau erreichte, war sie bereits auf 95,000 M.
zusammengeschmolzen, und hatte somit, ehe die Kälte einbrach, zwei Drittheile
ihrer Mannschaft verloren (siehe hinten Russland, militärgesch. Notizen).