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Die Naturphilosophie. — Campanella.
lichkeit und der associativen Verknüpfung sogleich in der Allheit
seiner Merkmale rekonstruiert zu werden.) Die Ausführung die-
ses Gedankens erfolgt in der bekannten physiologischen Bilder-
und Gleichnissprache: von jedem Eindruck bleibt eine Spur und
gleichsam eine „Narbe“ im Geiste zurück, die es ermöglicht, den
ursprünglichen Inhalt unter bestimmten Bedingungen zurückzu-
rufen und ihn sich von neuem in dem Zusammenhang, in dem
ar zuvor erschien, zu vergegenwärtigen. Und da jede Wirkung
sich zuletzt auf Bewegung reduziert, Bewegung aber nur von
Körpern aufgenommen und fortgeleitet werden kann, so folgt
weiterhin, dass die empfindende Seele mit körperlichen Eigen-
schaften und Kräften behaftet ist, die denen der äusseren Materie
zleichen und symbolisch entsprechen. Nur deshalb, weil er selbst
beweglich, vermag der Geist die Schwingung der Töne, nur des-
halb, weil er selbst leuchtend ist, vermag er das Licht und alle
die wechselnden Bestimmtheiten, die sich in ihm widerspiegeln,
zu erfassen. Wenn indes auf beiden Seiten absolute Identität
bestände, so wäre auch damit die sinnliche Wahrnehmung uner-
klärlich: denn jede Wirkung setzt eine Spannung zwischen un-
gleichartigen Zuständen und ein Gleichgewicht, das sich zwi-
schen ihnen herstellt, voraus. Das „eingeborene“ Licht der Seele
ist somit von dem Lichte draussen zwar nicht dem Stoffe, wohl
aber dem Bewegungszustande nach verschieden: die Wechsel-
wirkung zwischen beiden vollzieht sich in derselben Art, wie be-
wegtes Wasser, wenn es auf einen glatten Wasserspiegel trifft,
Jiesen in Erregung versetzt.46) Die empfindende Seele bewahrt
lie Eindrücke nicht wie Bilder auf einer Tafel, sondern wie Be-
wegungen sich in der Luft erhalten, und schliesst von ihnen
aus auf ihre wirkende Ursache zurück. Ein besonderes psycho-
logisches Vermögen der Reproduktion anzunehmen, ist daher
müssig, wie es auch keiner besonderen Funktion des Geistes be-
darf, um die Verbindung der Einzeleindrücke zu erklären. In
beiden Fällen sind es die zugehörigen Bewegungen, die sich un-
mittelbar erneuen oder mit einander verschmelzen.4?) Wieder
zeigt sich uns in dieser ganzen Ausführung die Tendenz, an der
allgemeinen Peripatetischen Auffassung vom Verhältnis des
Denkens zum Sein festzuhalten: zugleich indes die Ergebnisse,
die Aristoteles vom Standpunkt der Metaphysik gewonnen hatte,