„Umfang“ und „Inhalt“ des Begriffs.
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nicht, durch irgend ein anderes, höheres Mittel des Bewusstseins
sich über diese individuelle Beschränkung erheben zu können:
sind sie doch alle, wie wir sahen, in die Bedingtheit des „Sinnes“
einbezogen und verstrickt. Der abstrakte Allgemeinbegriff vor
allem, dem man die Einsicht in das „Wesen“ der Dinge zuzutrauen
pflegt, ist hierzu seinem Ursprung und seiner Ableitung
nach unvermögend. Wer nur die „Wesenheit“ des Menschen,
wer also nur die allgemeinen Züge und Merkmale kennt, die allen
Individuen der Gattung igleichmässig zukommen, dem ist damit
der Einblick in die Varietäten und Besonderungen, die erst das
wirkliche Sein von Diesem oder Jenem ausmachen, verschlossen.
Hier enthüllt sich uns eine innere Antinomie, zu der alles mensch.
liche Erkennen uns notwendig immer von neuem zurückführt.
„Erkennen“ heisst für uns eine unendliche Mannigfaltigkeit von
Einzeleindrücken und Einzelfällen in eine abgekürzte Formel zusammenfassen:
wer aber versichert uns, dass bei dieser notwendigen
Arbeit der „Abstraktion“ nicht gerade die wesentlichen
Momente des Falles übersehen und geopfert werden? Wir glauben,
indem wir von den besonderen Merkmalen absehen, zu höherer
Allgemeinheit emporzusteigen, während wir dadurch nur die
scharfen und deutlichen Umrisse des Einzelnen immer mehr aus
dem Auge verlieren, also statt der Weite nur Verschwommenheit
des Bildes eintauschen.*) In der Tat verbirgt der herkömmliche
logische Gegensatz zwischen dem Inhalt und dem Umfang der
Begriffe eine innere Schwierigkeit und ein Problem, das von Campanellas
bisherigen Voraussetzungen aus nicht zu lösen ist. Wenn
dem Erkennen ernstlich die Aufgabe gestellt wird, die konkret
vorhandenen Dinge direkt und einzeln nachzubilden, so werden
die Gattungsbegriffe selbst zu starren dingartigen Gebilden; zu
Kopien der Objekte, die diese indes nicht in ihrer ursprünglichen
Frische, sondern oberflächlich und abgeblasst wiedergeben.
Jeder neue Schritt und jede neue Leistung des Denkens
wird so zu einer immer weiteren Abkehr vom ursprünglichen
Wesen der Wirklichkeit. Erst die neue Form der Logik, die
zugleich mit der modernen Wissenschaft entstanden ist, hat diesen
Einwand und diese Schwierigkeit wahrhaft aufzuklären und zu
beseitigen vermocht. Denn die echte Allgemeinheit, die sie
fordert und verbürgt, eignet nicht den Gattungsdingen. sondern