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Die Natur philosophie.
Erstreckung, gibt, so muss es notwendig auch ein „Kleinstes“ in
ihm geben: die Gegensätze bedingen sich wechselweise und
können nur miteinander gesetzt und gedacht werden. Wir ge-
langen somit zum Begriff des Punktes als dem logischen Wider-
spiel der reinen absoluten Ausdehnung: wie diese alle Dimen-
sionen umfasst, so muss hier von ihnen allen abgesehen werden;
wie sie alle Teile in sich schliesst, so ist in ihm jeder Gedanke
ziner weiteren Zerfällung fernzuhalten. Einheit und Punkt sind
Wechselbegriffe: sie drücken dasselbe Problem, nur unter ver-
schiedenen Gesichtspunkten und verschiedenem Namen, aus.
Zwar wird auch das Moment der Zeit und der Bewegung als
unteilbar bezeichnet; beide aber stehen an Ursprünglichkeit
hinter dem räumlichen Element zurück, da die Zeit nur in und
mit der Bewegung zu denken ist, diese aber die materiellen
Körper und damit den Raum voraussetzt. Sie wird daher auch
für die Ableitung der weiteren geometrischen Grundgebilde ver-
worfen: wenn die Linie durch das „Fliessen“ des Punktes erklärt
wird, so ist damit die wahre logische Rangordnung verkehrt.
Die Linie ist eine eigene gedankliche Setzung, die daher die
Rückführung auf eine neue Einheit, ein neues „Minimum“ von
destimmter qualitativer Eigenart verlangt. Ihre endliche Grösse
muss in unteilbare Linienelemente aufgelöst und aus ihnen
zusammengesetzt werden: dass das Teilbare und Ausgedehnte
derart aus dem „Indivisiblen“ hervorgeht, ist nicht wunderbarer,
als dass etwa der einzelne Körper sich (nach Aristotelischer Lehre)
aus Form und Materie zusammensetzt, die dennoch beide von
ihm verschieden sind. Wie aus Elementen, die selbst weder
schwer noch leicht sind, die leichte oder schwere Materie, so
resultiert aus solchen, denen an sich weder Grösse noch Klein-
heit zukommt, der grosse oder kleine Körper. 81)
Bei dem Uebergang zu den höheren Dimensionen und bei
lem Aufbau des Gesamtinhalts der Geometrie, der hieraus ent-
springt, handelt es sich somit nicht um eine Anhäufung von
Teilen, sondern — wie wir Patrizzis Gedanken zusammenfassen
und umschreiben können — um eine Synthese von Prinzipien
zu einer höheren begrifflichen Einheit, In der Behauptung von
GClementen, die die charakteristische Natur und Wesenheit des
Gesamtgebildes ohne seine extensive Form und Erstreckung be-