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Giordano Bruno.
con la natura“ steht jeder rationalen Theorie als einschränkende
Bedingung gegenüber.®) Auf der anderen Seite bildet der Kampf
für das Recht und die Selbständigkeit des reinen Denkens das Grund-
motiv seiner Lehre und seiner Persönlichkeit. Aber indem er diese
beiden Momente, deren jedes eine unentbehrliche Vorbedingung
der modernen Wissenschaft enthält, nicht in ihrer wechselseitigen
Bestimmung durch einander erfasst, kann er sie auch gesondert
nicht durchweg in gleicher Klarheit festhalten. So sehr er danach
ringt, der Natur selbständig und ohne fremde Vermittlung gegen-
überzustehen, so wenig gelingt es ihm, wie der gesamten Natur-
philosophie, die Magie von seinem Pfade zu entfernen. Weil ihr
der freie Ausblick in eine mathematische Theorie der
Erfahrung verwehrt ist, muss sich die Methodenlehre Brunos
in die dürren und unfruchtbaren Wege der Lullischen Gedächtnis-
kunst verlieren und damit in das mittelalterliche Ideal der Er-
kenntnis zurücklenken.