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Descartes.
Gang. Nur scheinbar ist die ausgedehnte Substanz ihr eigentlicher
Gegenstand; das Objekt, worauf sie vorzüglich gerichtet ist, ist
die Bewegung und ihre Gesetze, Erst das Seelenproblem lenkt
wieder in die Bahnen der alten Metaphysik zurück, Das Selbst-
bewusstsein erfasst sich in seiner Reinheit und Unabhängigkeit:
noch aber vermag es sich nicht damit zu begnügen, sich als not-
wendige Voraussetzung aller Gegenständlichkeit zu denken; es
will sich selber unmittelbar gegenständlich werden. Wir konnten
die allgemeine Tendenz der neuen Wissenschaft kurz in der Formel
aussprechen: dass in ihr der Substanzbegriff durch den Funk-
tionsbegriff ersetzt und überwunden wird. Eben dieser Grund-
gedanke ist es, den Descartes in seiner Logik und Wissenschafts-
theorie zum erstenmal in voller Klarheit erfasst und darstellt,
den er indes gegenüber den Fragen’ der Psychologie nicht durch-
gehend festzuhalten weiss. Dass er diese Fragen in Angriff ge-
nommen, dass er auch an ihnen die neue Anschauung zunächst
durchaus bewährt und zur Geltung gebracht hat: das erst macht
ihn zum Begründer ‚der neueren Philosophie. Die Erfah rungs-
wissenschaft selbst konnte ihren sicheren Halt erst damit ge-
winnen, dass die „substantiellen Formen“ in ihrem eigensten
Gebiet, aus dem sie stammten und aus dem sie beständig neue
Kraft zogen, entwurzelt wurden. Es ist das unvergleichliche ge-
schichtliche Verdienst Decartes’, den Kampf, den er selbst nicht
mehr zu Ende führen sollte, zuerst auf dieses Gebiet übertragen
zu haben. Wie auch in ihm auf eine weite Strecke hin die
„Methode‘“ die Leitung und die Vorherrschaft behielt, konnten wir
im Einzelnen verfolgen. Wichtige Grundfragen, an denen die
grossen empirischen Forscher wie Kepler und Galilei vorüber-
gehen durften, werden nunmehr zum erstenmal der Ontologie
und der scholastischen Metaphysik abgewonnen und der moder-
nen wissenschaftlichen Denkart erschlossen. Wenn man Descartes
in seinem persönlichen Verhältnis zu den wissenschaftlichen
Zeitgenossen betrachtet, so erblickt man ihn in völliger Verein-
samung. In Fermat, dem genialsten Mathematiker der Zeit, sieht
er beständig nur den Rivalen, und Galileis Grundwerk erscheint
zu spät, um von ihm, den seine eigene wissenschaftliche Ent-
wicklung bereits auf andere Bahnen gewiesen hatte, noch nach
seiner Bedeutung gewürdigt zu werden. Und dennoch fasst seine