Die Ideenlehre. — Malebranche.
währte er damit zugleich der Frage nach ihrem metaphysischen
Ursprung Raum: und wir sahen, wie schon diese blosse Frage
lie Selbstzersetzung der „klaren und deutlichen“ Erkenntnis
bedeutete.
C) Die Ideenlehre. — Malebranche.
Die immanente Kritik und Fortbildung der Cartesischen
Lehre ist bei aller Verschiedenhelt der Richtungen und Interessen
dureh ein gemeinsames Grundziel geleitet. Es ist das ideali-
stische Motiv des Systems, das von allen tieferen Denkern der
Schule von neuem herausgehoben und ans Licht gestellt wird.
Diesen Weg geht Geulinecx, wenn er, allen Hemmnissen seiner
Metaphysik zum Trotz, seine Erkenntnislehre mit einer Kritik
der Verstandesbegriffe eröffnet: diesen Weg verfolgen zunächst
selbst die ersten Begründer des Okkasionalismus, wenn sie, von
der unmittelbaren Ursächlichkeit zwischen den absoluten Sub-
stanzen absehend, den „Zusammenhang“ zwischen Leib und
Seele einzig in der gesetzlichen Entsprechung der „Erscheinun-
gen“ zu gründen suchen. Dennoch hat der Idealismus bei ihnen
allen bereits einen neuen Sinn und eine veränderte Wendung er-
halten. Seine Beziehung zur Mathematik und Physik ist ge-
‚Ockert; die Fragen der Psychologie sind es, die nunmehr in
den Mittelpunkt treten und seine Eigenart bestimmen. Die Fort-
bildung der Logik zeigte uns bereits diese innere Umformung,
durch welche das Interesse von den allgemeinen Prinzipien der
Wissenschaft zu den individuellen Bedingungen des Denkprozesses.
hingelenkt wurde. —
Auch Malebranches Philosophie wird von Anfang an durch
diese Fragestellung gefesselt. Die bekannte Erzählung, die uns
berichtet, dass die Lektüre von Descartes’ „Traite de l’homme‘“
2s war, die ihn zuerst seinen philosophischen Beruf erkennen
liess und die seiner Forschung für immer die entscheidende
Richtung gab, ist in dieser Hinsicht bezeichnend. Es ist in der
Tat die beschreibende Naturwissenschaft, es ist vor allem
lie Physiologie, und mit ihr unlöslich verbunden die physio-