Full text: Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

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Bayle. 
nisprinzipien bekunden, so weisen sie doch zugleich einen neuen 
Weg: einen Weg, der von verschiedenen Seiten her von Leibniz 
ınd von Bayvle beschritten wird. — 
D) Der Ausgang der Cartesischen Philosophie, — Bayle. 
So gewagt es ist, eine so eigentümliche und paradoxe Er- 
scheinung wie Bayle einem geschichtlichen Gattungsbegriff ein- 
zuordnen: seinem Ausgangspunkt und seinen ersten Motiven nach 
gehört er unverkennbar dem Cartesianismus an. Das Bild 
der gedanklichen Bewegung, die von Descartes ausging, bliebe 
anvollständig, ihr Fortgang und ihre letzten Ziele und Schicksale 
liessen sich nicht völlig übersehen, wenn wir von diesem Denker, 
der nach Geistesart und Methode einer völlig anderen Richtung 
anzugehören scheint, absehen wollten. Er, der keinen einzigen 
acuen Zug in die Gesamtverfassung des Cartesischen Systems 
eingefügt hat, stellt dennoch die Wirkungen, die die neue Lehre 
auf die allgemeine Geisteskultur geübt hat, in lebendigen und 
mannigfaltigen Ausprägungen dar. Er knüpft in seinen theo- 
vetischen Grundgedanken an Malebranche an, den er stets mit 
Auszeichnung nennt und den er unter allen zeitgenössischen 
”hilosophen am höchsten stellt.®) Von ihm übernimmt er vor 
allem die kritische Umgestaltung des Begritls der „ewigen Wahr- 
heiten“, sowie die entscheidenden Hauptsätze zur Begründung 
des Idealismus: er selbst spricht es ausdrücklich aus, dass seine 
eigene Ansicht von der Idealität der Körperweit nur eine Er- 
zänzung und Fortsetzung der Beweisgründe sein will, die Male- 
branche gegen Arnauld gebraucht hatte.%) Aber freilich: diese 
Weiterbildung wandelt sich alsbald zu einer allgemeinen Kritik, 
lie an dem Grundsatz der klaren und deutlichen Percep- 
‘ion vollzogen wird, Und wie hier in der Logik, so bereitet 
sich andererseits von der Ethik und Geschichte her eine neue 
Fragestellung vor, die über den Umkreis des Cartesianismuns 
ainauszuführen bestimmt ist. — 
Die Rolle, die Bayle in der Geschichte der Skepsis zufällt, 
wird am deutlichsten. wenn man seine Stellung mit der Mon-
	        
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