Zweites Kapitel.
Türkenkriege und spanischer Erbfolgekrieg;
Osterreich europäische Großsmacht.
Das Mittelalter hatte in seinen letzten Jahrhunderten die
Masse der später als altösterreichisch bezeichneten Länder unter
dem Regiment des Hauses Habsburg entstehen sehen: im
wesentlichen die beiden österreichischen Lande ob und unter der
Enns, Steiermark, Kärnten, Krain und Tirol. Über den
Komplex dieser Lande hinaus waren dann die Habsburger
früh bestrebt gewesen, ihre Herrschaft auch auf die Nachbar—
lande, vor allem Böhmen und Ungarn, auszudehnen.
In diesem Sinne hatte schon König Albrecht J. in den
Jahren 1306 und 1307, nach dem Aussterben des nationalen
Herrschergeschlechts der Pkemysliden, die Vereinigung Böhmens
mit den Erblanden, wenn auch nur vorübergehend, durchgesetzt;
und als statt der Habsburger die Luxemburger in Böhmen
zur Regierung gelangten, hatte Rudolf IV. mit ihnen einen
Erbvertrag geschlossen, der den Anfall Böhmens an sterreich
ebenso vorbereitete, wie ein Erbvertrag mit den in Ungarn
herrschenden Anjous den Anfall Ungarns.
Das 15. Jahrhundert brachte dann wirklich die Personal⸗
union der Erblande, Ungarns und Böhmens durch die Ver—⸗
mählung König Albrechts II. mit der luxemburgischen Erb—
tochter Elisabeth (1437); allein sie wurde durch das frühe
Ende Albrechts und den vorzeitigen Tod seines Sohnes