Gott und Welt.
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ander bezogen und mit einander verknüpft. Indem wir alle Bestimmtheit,
die dem Wissen und seinem endlichen Objekt eignet,
fortschreitend verneinen und aufheben, gelangen wir damit zum
Sein und zur Inhaltsbestimmung des Absoluten. Da alles Erkennen
in einem Messen besteht, in einer Gleichung, die zwischen
dem gesuchten Inhalt und bestimmten bekannten Elementen hergestellt
wird, so bleibt das Unendliche, da es über alle Proportion
hinaus liegt, der Funktion des Begriffs unzugänglich. Alles
Denken und Benennen geht in einem Trennen und Unterscheiden
auf, erreicht daher die höchste Einheit nicht, die allen Gegensätzen
entrückt sein muss, um jedweden Inhalt zu umfassen und
an ihm teilhaben zu können. Sprache und Begriff bleiben gleichmässig
an das abhängige und eingeschränkte Sein gebunden; sie
vermögen das Wesen ihres Objekts nicht an und für sich, sondern
nur in der Differenz und Entgegensetzung gegen andere Inhalte
zu bestimmen. Ueber diese gesamte Sphäre der „Andersheit“
gilt es sich zu erheben, um das höchste Sein zu erreichen.
Je mehr wir das Moment der Mannigfaltigkeit zurückdrängen,
je weiter wir alle Mehrheit und Verschiedenheit entfernen, desto
reiner erfassen wir den Sinn und Gehalt der ersten und absoluten
Einheit. Gott selbst ist weder das Leben noch die Wahrheit,
sondern liegt über diese, wie über alle anderen intelligiblen Bestimmungen
hinaus: der „Himmel des Intellekts“ vermag ihn
nicht zu fassen und in sich zu schliessen. Nur durch ein Hinwegschreiten
über alle Proportion, über alle Vergleichung und
allen Begrift (per transscensum omnium proportionum, comparationum
et ratiocinationum) vermögen wir uns seiner Anschauung
zu nähern.'!) Die Fülle und das gegensätzliche Leben der Erscheinungswelt
bildet das Hemmnis, das uns von der echten
Gotteserkenntnis ausschliesst.
Damit aber ist nicht nur die Begreiflichkeit des göttlichen
Urwesens aufgehoben, sondern zugleich das Sein und die innere
Möglichkeit des Einzelwesens zu einem unlösbaren Problem geworden.
Das Geschöpf kann nicht als Folge aus dem göttlichen
Grunde des Seins, der alle Vielheit und alle Zerfällung von sich
abweist, begriffen und hergeleitet werden. Keine innere gedankliche
Notwendigkeit ist es, die sein Dasein erklärt und rechtfertigt.
Das Einzelwesen bleibt das schlechthin „Zufällige“, der