1 Depgriff des Wertes.
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der neueren Zeit, die er hier herausarbeitet und in den Mittelpunkt
stellt. Wenn jedes Ding, sofern es ist, eben damit in sich
selber ruht und vollendet ist, wenn sein Dasein somit zugleich
einen bestimmten Grad der Vollkommenheit bezeichnet, welchen
Wert hat alsdann das Auge des Geistes, das vermöge seiner Kraft
den Wert aller Gegenstände erkennt und abgrenzt? Der Intellekt
ist es, der den Wert alles Seins, des unendlichen und des endlichen,
kraft seines Begriffs- und Unterscheidungsvermögens bestimmt
und festsetzt, der daher, nächst Gott, selber den höchsten
Wert darstellt. Wenn wir von ihm absehen, wenn wir die
messende Kraft der Vernunft aufgehoben denken, so ist jeder
Schätzung und damit jedem Bestand des Wertes die Grundlage
entzogen. Das ist der Vorzug und der Adel des Geistes, dass an
ihm zugleich alle Schönheit und Vollendung des Universums
hängt. Nur indem er die geistige Natur erschuf, vermochte Gott
selber seinem Werke Wert zu verleihen.”) Wenn indes der Intellekt
der Quell und Ursprung jedes Urteils über die Dinge und
ihre Vollkommenheit ist, so ist er dennoch — und hier wendet
sich die Tendenz der Untersuchung — nicht der Grund ihrer
Wesenheit. Er erschafft nicht das Material und den Grundstoff,
aus dem die Werte sich bilden, sondern setzt es bei all seiner
vergleichenden Schätzung als gegeben voraus. Wenn Gott der
„Münzmeister“ ist, der das Gold prägt und ihm das Zeichen seiner
Geltung aufdrückt, so ist der menschliche Verstand nur der
Wechsler, der die verschiedenen Geldsorten betrachtet, gegen
einander umsetzt und abwägt.) Nicht die Kraft der Erzeugung,
sondern lediglich die der Unterscheidung ist es, die er hierin betätigt.
So ist es zuletzt dennoch nur geprägte Münze, die die
menschliche Vernunft empfängt, die sie aber allerdings selbständig
auf ihre Echtheit zu prüfen und zu beglaubigen hat.
Dieses Doppelverhältnis erhält eine neue Beleuchtung von
einem andersartigen Problemzusammenhang. Die höchste unbedingte
Einheit bildet, wie Cusanus ausführt, die Grundlage
jeder Frage, die unsere Erkenntnis stellen kann. Wir können
uns immer nur die Aufgabe stellen, Verhältnisse des Seins zu ermitteln,
wir können zweifeln, ob ihm diese oder jene Beschaffenheit
zukomme: das Dasein als solches aber bildet die schlechthin
notwendige Voraussetzung, von der alle Forschung ausgehen