Contents: Die deutsche Wirtschaft

10Uu_ Otto Keinath: 
Wortes, Der effektive Handel mit Rohstoffen drängt weiterhin natur- 
gemäß zu einer Spezialisierung nach Warenarten, da 
genaueste Kenntnis der gehandelten Waren, der Aufkaufmärkte und 
der Hunderte von verschiedenen Warensorten erforderlich ist, zählen 
wir doch z. B. bei den Artikeln Tee, Kaffee, Kakaobohnen, Wolle, Tabak 
usw. Hunderte von verschiedenen Spezialsorten. 
Anders liegt nun die Situation beim Welthandel der Fabrikate. 
Hier fehlt der Zentralmarkt mit einheitlicher Preisbildung; auch spielt 
die Spekulation auf Preis- bzw. Konjunkturschwankungen eine wenig 
bedeutende Rolle, Die genaue Kenntnis der einzelnen Waren kann 
vielfach durch Proben und Muster, durch Kataloge oder durch. die 
Garantie des Fabrikanten ersetzt werden, Das wesentlichste Moment 
für den Außenhandelin Fertigwaren ist die Anpassung 
an den Bedarf der Abnehmer, Aus dieser Eigenart des Fertig- 
warenhandels ergibt sich die Tätigkeit des Engros-Sortimenters im 
Weltverkehr, jedoch gibt es auch hier wieder Unterschiede, Ein Teil 
dieses Exporthandels paßt sich dem besonderen Bedarf eines 
oder weniger Absatzgebiete an und sieht seine Stärke in der 
Lagerhaltung von vielen Warenarten, d.h. von Waren- 
sortimenten. Ein anderer Teil des Außenhandels beschränkt sich 
dagegen auf die Führung weniger Warenarten, die jedoch nach 
vielen Gebieten exportiert werden, 
Die Welthandelsplätze haben ihre besondere Bedeutung 
oft in ihrer Eigenschaft als große Konsumplätze erlangt, d. h. sie waren 
in der Regel in der glücklichen Lage, dank ihrer eigenen starken Bevöl- 
kerungsziffer ein großer Konsumplatz und dank ihres stark bevölkerten 
Hinterlandes ein gesuchter Stapelplatz für die ankommenden Waren 
zu sein. Als solche Welthandelsplätze sind London, New York, Ant- 
werpen und Hamburg anzusehen. Neben diesen Konsumplätzen gibt es 
noch zahlreiche Umschlagplätze, die weniger Handelsbedeutung, desto 
mehr aber Verkehrsbedeutung haben, z. B, Rotterdam, Marseille, mit 
Übergang von See- zur Flußschiffahrt usw. Die großen Welthäfen übten 
jedoch fast eine ebenso starke Rolle als Verteilungsplatz — Hamburg 
für den ganzen Kolonialwarenhandel Skandinaviens, für den Kaffee- und 
Südfruchthandel Deutschlands — wie als Stapelplatz aus. Diese Stapel- 
plätze bieten der Schiffahrt den Vorzug, ihre Schiffe nach Entladung der 
Fracht auch wieder mit neuer sicherer Rückfracht — Exportware — 
versehen zu können. Vom Standpunkt einer günstigen „Tonnagebilanz” 
betrachtet, ist natürlich Hamburg und London der Vorzug zu geben vor 
Bremen, Rotterdam oder Boulogne. Jeder moderne Staat trachtet da- 
nach, in seinen wichtigsten Häfen dem internationalen Zwischen- 
oder Durchfuhrhandel eine Heimstätte zu bereiten, da der zu 
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