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der Repräsentanten soll in geheimer Abstimmung erfolgen, damit der
Einfluß der Reichen und Mächtigen gehemmt wird. Vor allem soll
die Justiz von der Verwaltung getrennt und auf diese Weise die Städte
aus ihrer Abhängigkeit von ersterer befreit werden. Ebenso muß aber
auch die Herrschaft des Militärs, und die Bevormundung durch die
Regierungen (KKammern) von den Städten genommen werden. Sehr
scharf wird von Frey die Versorgung des Militärs mit städtischen
Ämtern bekämpft; hier findet er bittere Worte. Er befürwortet ferner
eine leichtere Gewährung des Bürgerrechts.
Dies waren die Grundsätze Freys, die für die Reform der städtischen
Verfassung maßgebend sein sollten. Doch hören wir nun ihn selbst.
Wir teilen im folgenden (nach Oncken) aus Freys „Vorschlägen zur
Organisierung der Munizipalverfassungen“ mehrere Stücke mit. Zunächst
beginnt Frey in dem 74 Nummern umfassenden Aufsatz mit einer klaren
und zutreffenden Schilderung der Übelstäͤnde, die im städtischen Ver⸗
waltungswesen herrschten und knüpft daran die Andeutung der oben kurz
zusammengefaßten Grundsätze, nach denen ihnen abgeholfen werden sollte.
Das Gutachten fängt gleich mit folgenden schönen Worten an:
„Zutrauen veredelt den Menschen, ewige Vormundschaft hemmt
sein Reifen, Anteil an den öffentlichen Angelegenheiten gibi politische Wichtigkeit,
und jemehr diese an Umfang gewinnt, wächst das Interesse für Gemeinwohl und
der Reiz zur öffentlichen Tätigkeit, welche den Geist der Nation erhebt, zur Er—⸗
werbung gemeinnütziger Kenntnisse, ja selbst eines unbescholtenen Rufes anfeuert
und dadurch den Egoismus und die Frivolität zügelt. Im preußischen Staat ist
beinahe seit einem Jahrhundert die Autokratie der städtischen Gemeinen absichtlich
niedergedrückt, die Verwaltung mit Ausschließung aller bürgerlichen Mitwirkung
fremden Invaliden, juristischen Routiniers und Schreibern übergeben worden und
diese Verfassung hat auf völlige Tötung des so schätzenswerten Bürgersinnes hin⸗
gewirkt. Nur in den großen Städten findet sich wiewohl auch nur ein bloßer
Schatten von Repräsentation durch die Zünfte vor, in welchen aber ein erbärmlicher
Geist der Einseitigkeit, des Zwiespaltes und des Eigennutzes herrschend ist. Die
traurigen Folgen davon, Mangel an Gemeingeist, Geringschätzung des Bürgers und
das gesunkene Ansehen der Registraturen sind nicht mit einem Federstrich wieder
zu tilgen; aber dennoch ist es jetzt oder nie Zeit, eine Reform zu beginnen, deren
Früchte erst für die folgenden Generationen reifen können“
Diese Anschauungen stimmten mit dem überein, was viele der höchsten
Beamten des preußischen Staats damals dachten. Ein schönes Zeichen
ihres Vertrauens auf die sittliche Kraft des Volkes. Oncken sagt hier—
über: „Etwas Rührendes liegt in diesem zuversichtlichen Glauben an
die veredelnde Kraft des Zutrauens, mit welchem die Staatsgewalt sich
an die Selbsthilfe und den gesunden Sinn des Bürgers wenden soll und
gerade dieser Glaube ist's, der dem Bureaukraten und dem Demagogen
gleich ferne liegt, denn beide sind tyrannisch aus Mißtrauen, nur daß
der letztere das hinter freisinnigen Redensarten versteckt, an die er selbft
nicht glaubt. Jetzt oder nie! rief es in diesem patriotischen Beamten—