Full text : Nationalökonomie (Teil 1)

93

K. Helfferich, Geschichte der deutschen Geldreform. Leipzig 1898,
E. de Laveleye, Le bimetallisme international. Paris 1881.
Jahrbücher für Nationalökonomie 1880, N. F., Bd. I, Soetbeer, Die hauptsächlichen
 Probleme der Währungsfrage. Jahrbücher 1881, N. F.., Bd. IL. Neuwirth
Der Kampf um die Währung,
Lexis, Der gegenwärtige Stand der Währungsfrage. Dresden 1896.
Ottomar Haupt, La rehabilitation de Vargent, 1881.
S. auch Litteratur zu 8 34.

Die Metallwährung kann sein 1. Silberwährung, wie sie bis 1872
Deutschland hatte und noch jetzt in Indien besteht, d. h. das gesetzliche
 Zahlungsmittel ist aus Silber hergestellt, während Goldmünzen
Ware sind. So hatten die Friedrichsdor in Preußen einen schwankenden
Kurs gegenüber dem Thalerfuß, sie wurden bald mit 5 Thalern 19
Silbergroschen, bald mit 5 ""halern 21 bezahlt. Sie kann 2. sein Goldwährung,
 wie sie in England, den Skandinavischen Reichen besteht
und seit 1873 in Deutschland angestrebt wird. Hier sind die Goldmünzen
 allein gesetzliches Zahlungsmittel, die Silbermünzen sind dagegen
 entweder Scheidemünze oder Ware mit schwankendem Kurse.
Da in Deutschland gegenwärtig neben dem Goldgelde noch die Silberthaler
 gesetzliches Zahlungsmittel sind, so besteht hier augenblicklich
die noch nicht ganz durchgeführte oder hinkende Goldwährung. Die
Währung kann sein 3. die Doppelwährung oder der Bimetallismus,
 wie er in der lateinischen Münzkonvention besteht, d. h. Münzen
in. beiden Metallen sind als gesetzliches Zahlungsmittel anerkannt, wobei
das Wertverhältnis zwischen beiden Metallen gesetzlich fixiert ist, wie in
Frankreich nach dem Verhältnis von 1 : 15,6. Zur vollständigen Durchführung
 der Doppelwährung ist erforderlich, daß die Ausmünzung in
jedem Metalle von dem Publikum für eigene Rechnung verlangt werden
kann, so daß dasselbe in der Lage ist, die Cirkulation bald des einen,
bald des anderen Metalles durch Neuausprägungen zu vermehren. Ist
die Ausprägung nicht in beiden Metallen Privaten freigestellt, so bleibt
die Doppelwährung eine hin kende.
Werfen wir einen kurzen Blick auf-die historische Entwickelung
der Währungsverhältnisse.
England hatte von 1275—1664 die Doppelwährung acceptiert, diese
hatte also in jenen Jahrhunderten bereits eine wesentliche Bedeutung
und wirksame Anwendung gefunden. Von 1664—1717 bestand dort
die Silberwährung, worauf von neuem die Doppelwährung eingeführt
wurde, die sich volle 100 Jahre erhielt. Im Jahre 1816 erlangte England
 die Goldwährung, die sich bis zur Gegenwart erhalten hat und
jedenfalls noch lange weiter erhalten wird. In Frankreich besteht
die Doppelwährung seit dem 11. Jahre der Republik. Seit 1865 ist
die lateinische Münzkonvention mit Italien, Belgien und der
Schweiz geschlossen, auf der Basis der erwähnten Doppelwährung,
wobei aber nur das 5-Francstück als silbernes Courantgeld anerkannt
ist. Seit 1873 ist die Privatausprägung von Silber sistiert, so daß seitdem
 nur noch die hinkende Doppelwährung dort vorhanden ist. In
den Vereinigten Staaten von Nordamerika wurde durch Münzgesetz
von 1792 die Doppelwährung auf Grund des Verhältnisses von 1: 15
eingeführt. Im Jahre 1837 erfuhr dasselbe die Verschiebung auf
1:15,988. In den 50er Jahren verschwand das Silber mehr und mehr
aus dem Verkehr, so daß nur das Gold in Cirkulation blieb. Im
Jahre 1861 trat infolge des Bürgerkrieges die Papierwährung an die
Stelle des Goldes. während zur Zollzahlung ausdrücklich beide Metalle

Arten der
Währung

Historische
Entwickelung.

            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.