Full text : Nationalökonomie (Teil 1)

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Seltenheitspreise herausbilden, die über die Herstellungskosten ‘ etc,
hinausgehen.
Bei Verschiedenheit der Herstellungskosten der Waren wird der
Preis durch die unter den ungünstigsten Verhältnissen arbeitenden Produzenten
 bestimmt, die noch zur Deckung des Bedarfs herangezogen
werden müssen. Dies tritt fortdauernd zu Tage, wo das Handwerk
mit dem Fabrikbetriebe im Kampfe steht, oder durch neue Erfindungen
eine erhebliche Verbilligung der Herstellungskosten herbeigeführt ist.
So lange nur wenige Fabriken entstanden sind, die nur einen kleinen
Teil des Bedarfs zu decken vermögen, werden sie sich am besten dabei
stehen, wenn sie noch die Handwerkerpreise beibehalten, da sie auch
bei hohen Preisen genügend Absatz finden. Sobald aber der größte
Teil des Bedarfs durch Fabriken befriedigt werden kann, wird die
Konkurrenz derselben genügend wirken, um die Herstellungskosten
derselben zur Basis der Warenpreise zu machen, Der Verdienst des Handwerkers
 wird allmählich herabgedrückt, bis er nicht mehr zum Leben
ausreicht und das Handwerk ausstirbt. Bei neuen Erfindungen werden
zuerst Monopolpreise gefordert, so lange der Erfinder nicht so viel
liefern kann, wie verlangt wird; wo der Gegenstand schon vorher hergestellt
 wurde, bleiben zunächst die alten Preise unberührt. Erst wenn
die neue Methode allgemein Anwendung gefunden hat, oder eine konkurrierende
 Erfindung auftritt, gehen die Preise entsprechend herunter,
wie dies neuerdings bei chemischen Medikamenten und Färbemitteln
rielfach beobachtet werden konnte.
Ein gutes Beispiel liefern die Getreidepreise, da das (Getreide
unter sehr verschiedenen Produktionskosten hergestellt wird. Hier
vestimmt die Bodenart den Preis, welche die höchsten Produktionskosten
beansprucht, oder die entlegenste Gegend, welche noch zur Lieferung
herangezogen werden muß, um den Bedarf zu decken, Dies ist am
klarsten ersichtlich in Thünens „isoliertem Staate“, wo eine Stadt in
einem kreisförmig herumliegenden Territorium mit völlig gleichen natürlichen
 und wirtschaftlichen Verhältnissen, von der übrigen Welt durch
eine Wüste abgeschlossen, gedacht wird. Hier sind der Bedarf der
Stadt und die Entfernung, aus welcher noch Getreide zugeführt werden
muß, bestimmend für den Preis. Er muß so hoch steigen, daß noch
die entlegensten Gegenden, welche zur Deckung des Bedarfs herangezogen
 werden müssen, Produktionskosten und Transportkosten ersetzt
erhalten. - Je stärker die Bevölkerung der Stadt steigt, um so weiter
müssen die Lieferungskreise ausgedehnt werden, um so größer sind
die Transportkosten und um so höher der Getreidepreis in der Stadt.
Sie wird nur das nötige Getreide erhalten, wenn sie genügend bietet,
um die Kosten zu ersetzen. Dies kommt aber auch den übrigen, günstiger
 gelegenen Landwirten zu gute, deren Reinerträge dadurch steigen.
Eine Steigerung der Unkosten der dazwischen gelegenen Kreise ist
obne Einfluß auf den Preis, so lange dadurch der Reinertrag nicht vollständige
 absorbiert wird.

Verschielene
 Herstellungs-



+etreide.

8 44,
Die Preisregulierung bei beschränkter Konkurrenz,

». d. Borght, Einfluß des Zwischenhandels auf die Preise, Leipzig 1888,
Verhandlungen des Vereins f, Sozialpolitik in Frankfurt 1888. Leipzig 1888,
Ist der Vorrat beschränkt, so bestimmt der Käufer den Preis,
            
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