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Der Wechseldiskont und der Wechselkurs.
V. Sivers, Beitrag zur Geschichte und Theorie des Diskontes. Jahrbücher f.
Nationalökonomie 1872, Ba. XIX.
R. Maync, Der Diskont. Jena 1899.
Diskont (engl. discount, ital.. sconto) bedeutet den Abzug von
Prozenten des Nennwertes einer zu zahlenden Geldsumme und wird
besonders angewendet auf den Abzug, den die Bank beim Ankauf des
Wechsels für den Zins bis zum Fälligkeitstermin macht. Er bildet
den Profit jenes ausgedehnten Bankgeschäftes des Diskontierens
von Wechseln.
Die Höhe des Diskonts ist für die Geschäftswelt natürlich von
hoher Bedeutung. Bei einem niedrigen wird der Kaufmann angeregt,
sich Gelder von der Bank vorschießen zu lassen, um erweiterte
Handelsgeschäfte zu machen. Bei einem hohen Diskont wird ihm
dieses erschwert, weil er von seinem Gewinn einen größeren Teil für
das Darlehen abgeben muß, wodurch ihm derselbe eventuell übermäßig
vermindert wird. Auf der anderen Seite ist die Diskontopolitik für
die großen Banken das wichtige Mittel, ihren Barvorrat zu regulieren
und die Geschäftsthätigkeit im Lande entsprechend zu beeinflussen.
Werden an die Bank zu große Anforderungen gemacht, werden ihr
zu viel Barmittel entzogen, so daß ihr Metallvorrat im Vergleiche zu
den aufgehäuften Wechseln oder den zirkulierenden Noten zu klein
wird, so erhöht sie den Diskont und übt damit einen Druck auf die
Nachfrage aus. Vielfach ist es namentlich in den letzten Dezennien
vorgekommen, daß die großen Centralbanken den Diskont in die Höhe
setzten, weil man begann Gold in das Ausland abzuführen, und die
Bank dieses durch eine Verteuerung der Abgabe von Gold erschweren
wollte. Auf der anderen Seite setzen die Banken den Diskont
herunter, wenn sich bei ihnen zu viel Barmittel aufspeichern, die daselbst
tot liegen. Sie suchen durch einen niedrigen Zins den Verkehr
zu ermutigen, größere Summen zur Spekulation zu verwenden, während
sie mitunter sich veranlaßt sehen, wenn die Wogen der Spekulation
zu hoch gehen, und man fürchtet, daß dieses zu einer wirtschaftlichen
Krisis führen könne, die Diskonterhöhung als Warnungszeichen aufzustecken.
Aber nur mehr ausnahmsweise gehen die Banken selbstständig
in dieser Beziehung vor und bilden das leitende Agens. In
den meisten Fällen werden sie durch die allgemeinen Konjunkturen
geschoben und der Diskont ergiebt sich aus dem Konkurrenzkampfe
auf dem Weltmarkte.
Grundlage d. Die Höhe des Diskonts richtet sich im allgemeinen nach dem
Diskonthöhe. Verhältnis von Angebot. und Nachfrage nach flüssigen Kapitalien.
Wir sahen oben, daß die Banken in dem Depositenverkehre die Gelder
aufnehmen, welche aus dem laufenden Geschäftsbetriebe stammen und
eine vorübergehende Anlage suchen, und daß ebenso die Banken
durch das Diskontieren von Wechseln ihren Kunden für laufenden
Betrieb Vorschüsse machen. Bei dem Kaufmann, bei dem Fabrikanten
und dem Landwirte erstreckt sich der Verkehr mit der Bank nur auf
Anlage laufender Geschäftsgelder und auf Heranziehung derselben bei
vorliegendem Bedarf, Es ist die in der Produktion thätige Kapitalmasse,
welche in die Bank hinein- und wieder aus ihr hinausfließt,
sie ist es deshalb auch, welche bei der Bestimmung des Diskonts in