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stand leiden muß, Dafür giebt schon die Thatsache den Beleg, daß
gerade die reichsten Länder, wie England, Frankreich, Deutschland, die
ungünstigste Bilanz aufzuweisen haben, und trotzdem der Wohlstand
derselben in klar zu Tage tretender Weise in den letzten Dezennien
sich enorm gehoben hat.
Die vorstehende (S. 168) kleine Tabelle giebt eine Uebersicht über
die Statistik des auswärtigen Handels verschiedener Länder und bietet
den Beleg für das Gesagte.
Der Handel
mit Edelmetall betrug:
Jahr Einfuhr Ausfuhr
1898 58,3 52,2 Mill. Pfd, Sterl
1899 ‚5,7 *% 4 %
1900 3 3 2 »” ”
1895 -2 Mill. Mark
1896 8,7
1897 1,3
1898 +21)
1899
1907
1901
im britischen Reich
im deutschen Reiche
a
92004
51.2
n
England, Frankreich und Deutschland führen deshalb mehr Waren
ein, als aus, weil sie große Kapitalien im Auslande stehen haben, für
welche sie alljährlich bedeutende Summen an Zinsen beziehen, die ihnen
in Form von Waren gezahlt werden. Gegenwärtig müssen Länder,
wie Oesterreich, Rußland, Rumänien, die Türkei,-aber auch die Verein,
Staaten von Nordamerika eine günstige Handelsbilanz zeigen, weil sie
vom Auslande erhebliche Darlehen erhalten haben und diese verzinsen
müssen, wozu die exportierten Waren dienen. Die Sache ist also
gerade umgekehrt, wie man sie sich gewöhnlich vorstellt. Die ungünstige
Handelsbilanz erweist sich unter unseren Verhältnissen als
ein Zeichen und als die Folge des Reichtums; die günstige als ein
Zeichen entweder der Armut, oder doch der Kapitalsbedürftigkeit.
Auf welche Weise kann nun aber eine sich ergebende Unter- Ausgleibilanz,
welche sich für das ganze Land ergiebt, oder eine Zahlungs- chung eine:
differenz zwischen zwei in Handelsbeziehung stehenden Ländern aus- Unterbilanz.
geglichen werden? Greifen wir zu einem Beispiel:
Deutschland liefert an England mehr Waren, als es von dort bezieht;
auf welche Weise kann England die Differenz ausgleichen? 1. Dieses
kann geschehen, und geschieht durch Dienste, welche England Deutschland
leistet, einmal durch die Rhederei, durch Uebernahme von Schiffs
frachten für deutsche Ware im Seehandel, indem englische Schiffe
deutsche Ware von Hamburg nach Bombay oder auch von London
dorthin transportieren; oder durch Üebernahme von Seeversicherungen
für deutsche Schiffe und Frachten, wofür faktisch Millionen an England
gezahlt werden; durch Uebernahme der Vermittelung internationaler
Zahlungen durch die englischen Banken. So giebt es viele Dienste,
die ein Land dem anderen leisten kann, wofür erhebliche Gebühren
zu zahlen sind, welche die Zahlungsverpflichtung, wie sie aus dem
Handel entspringen, bedeutend reduzieren können. Namentlich die
Verein. Staaten haben für den Transport ihrer Produkte und Reisenden
ins Ausland an England und Deutschland jährlich große Summen zu
zahlen, Persönlich
2. Kommen die Summen in Betracht, welche durch Erbschaften aus * Tepan
dem einen Lande in das andere gehen, welches allerdings weniger bei tragung.