Full text : Nationalökonomie (Teil 1)

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Franzosen. In Frankreich erlangten besonders zwei merkantilistische Schriftsteller
 eine gewisse Bedeutung: Francois Melon, Essais politiques
sur le Commerce, 1731, deutsch: Jena 1740 und L. Forbonnais,
Elements du Commerce, 1754, Principes et observations &conomiques,
1767. Der Erstere behandelt noch Geld, Vermögen, Kapital durchaus
identisch. Er sieht zwar ein, daß nicht jedes Iiand alles erzeugen
kann, was es braucht, daher nicht immer die Interessen der Völker
sich feindlich gegenüber stehen, aber doch vertritt er ein entschiedenes
Hinarbeiten auf eine günstige Handelsbilanz. Als bestes Mittel hierfür
erscheinen ihm die Kolonial- und Handelskompagnien, also die Organisation
 des internationalen Großhandels unter Ausbildung ausgedehnter
Monopole. Den Binnenhandel sucht er durch polizeiliche Taxen zu
regulieren. Am meisten tritt sein merkantilistischer Standpunkt in
seiner einseitigen Ueberschätzung der Industrie hervor.
Der zweite Schriftsteller behandelt ausführlich die bekannte
Handelsbilanztheorie, geht aber über seine Vorgänger einen Schritt
hinaus, indem er das Geld doch hauptsächlich in seiner Eigenschaft
als Zirkulationsmittel, weniger als Repräsentant des Reichtums charakterisiert.
 In der Preisung der Industrie steht er seinem erwähuten
Landsmann wenig nach und führt die Notwendigkeit der Vermehrung
ler Bevölkerung eingehend als die Vorbedingung der Hebung der
Industrie an.
Die deutschen Merkantilisten können auf Originalität der Anschauungen
 kaum Anspruch machen. Sie sind hauptsächlich Staatsmänner,
 welche die augenblicklich praktischen Aufgaben ins Auge
fassen und dabei vielfach noch mehr in das Extrem gehen, als dies
bei den bisher betrachteten Männern der Fall war. In erster Linie ist
Kaspar Klock, Tractatus nomico-politicus de contributionibus, Nürnberg
 1634, und Tract. de aerario 1651, zu nennen. Bei ihm tritt die
Ueberschätzung der Bedeutung des Geldvorrates im Handel auf das
schärfste hervor. Direkt spricht er aus, der Staat müsse mit allen
Mitteln die Ausfuhr von Gold und Silber wie die von Rohstoffen
hindern, an deren Verarbeitung das Heimatland nur gewinnen könne,
und es sei natürlich, die Lebensnotwendigkeiten im Lande zurückzuhalten.
 Dagegen müsse die Einfuhr schädlicher Waren, wie da vor
allem aller Luxusartikel verhindert werden, und ebenso die Einfuhr
der Waren, welche den inländischen Gewerben Konkurrenz machen.
Veit Ludw. von Seckendorff, Teutscher Fürstenstat 1656,
zuletzt 1754 in 8, Auflage erschienen. Er stand in naher Beziehung
zu dem vortrefflichen Regenten Herzog Ernst von Gotha, für den er
die Schrift wohl hauptsächlich geschrieben hat. 1682 übernahm er
das Amt des Kanzlers der neu zu gründenden Universität Halle, deren
völliges Inslebentreten er leider nicht mehr erleben sollte. In Bezug
auf die Handelspolitik vertritt er mit größter Schärfe die oben ausgeführten
 merkantilistischen Anschauungen bis zum Verbot der Ausfuhr
 guter Münzen, indessen erkennt er, daß der Bergbau an Edelmetallen
 nicht unter allen Umständen zu fördern sei, sondern doch
nur, wenn die Kosten sich einigermaßen bezahlt machen. OÖbrigkeitliche
 Taxen für Lebensbedürfnisse, unter Umständen auch für den
Arbeitslohn, hält er für wünschenswert, wie ebenso Aufwands- und
Kleiderordnungen, um den Konsum in Schranken zu halten. Bin
Hauptsatz ist bei ihm: „In der Menge wohlgenährter Leute besteht
der größte Schatz des Landes“, deshalb spielt bei ihm die Sorge für

Deutsche.
            
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