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Teindschaft
gegen das
Ausland.
‚Schutzzollpolitik,
Anwendung gebracht. Die Auffassung des „l’etat c’est moi“ findet
sich überall, das Volk wird hauptsächlich als Mittel zur Bereicherung
des Hofes angesehen und in der willkürlichsten Weise ausgebeutet.
Die Person des Einzelnen war dem Herrscher gegenüber recht- und
wehrlos. Das zeigt sich auch bei den Hohenzollernherrschern, die eine
hervorragende Ausnahme bildeten und sich als die ersten Diener des
Staates ansahen. Friedrich Wilhelm I. ließ, um einem Wunsche Peters
des Großen entgegenzukommen, Stahlarbeiter, als sie sich nicht freiwillig
zur Uebersiedlung nach Rußland bereit finden ließen, aufgreifen
und dort hinbringen, Um die Schafzucht in Ostpreußen zu fördern,
schickte er nicht nur spanische Schafe dorthin, sondern ließ Schäfer
aus der Provinz Sachsen mit Gewalt dorthin versetzen, und als einer
von ihnen aus Sehnsucht nach seiner Familie die Flucht ergriff und
zurückkehren wollte, verurteilte ihn der König eigenhändig zur „Spandauer
Karre“, von der ihn erst Friedrich der Große befreite. Man
braucht ferner nur an das willkürliche Werbewesen zu denken, um sich
zu vergegenwärtigen, in welcher Weise der Einzelne der Willkür der
Regierung überantwortet war. Die rücksichtslose Ausbeutung der Bevölkerung
zu gunsten der Regierung ergiebt sich aus folgenden Beispielen.
Karl von Württemberg führte das Salzmonopol ein, und als
dadurch nicht genügend einkam, verfügte er, daß jeder Unterthan
mehr Salz kaufen mußte, als er gebrauchte. Im Fürstenbergischen
wurde jeder bei 10 Thaler Strafe gezwungen, den Staatskalender zu
kaufen, zu gunsten der Kasse des Fürsten,
Für das Bestreben, das einzelne Land möglichst abzugrenzen und
auf Kosten des Auslandes zu heben, bietet die Cromwellsche Navizationsakte
den bezeichnendsten Beleg, wonach jedes Schiff, das in
zinen englischen Hafen gelangte, nur Erzeugnisse des eigenen Landes
rerladen durfte, um damit den Zwischenhandel Hollands mit einem
Schlage zu vernichten und denselben den englischen Schiffen selbst
vorzubehalten. Spanien behielt sich den Handel mit den neuen Kolonien
ausschließlich vor, und um dieses kontrollieren zu können, wurde
der Handel auf drei Häfen, später auf Cadix allein beschränkt, und
aur spanische Schiffe durften in dieselben einlaufen, was freilich allzemein
umgangen wurde. Unter Philipp ILL. wurde Todesstrafe über
len verhängt, der es unternahm, fremde Ware nach dem spanischen
Amerika zu importieren,
Die Abschließung des Landes durch eine scharfe Zollgrenze
bildete sich schon Ende des Mittelalters heraus. Im Jahre 1304 boten
lie Wollarbeiter in Frankreich der Regierung eine Abgabe vom Tuch
an, unter der Bedingung des Ausfuhrverbotes von Wolle. Philipp der
Schöne ging darauf ein und verbot zugleich die Ausfuhr noch verschiedenen
anderen Rohmaterials etec., was 1380 durch eine Ausgangssteuer
ersetzt wurde. Aber besonders in der Mitte des 17. Jahrhunderts
entwickelte sich zwischen den verschiedenen Staaten ein intensiver
Zollkrieg, besonders Spaniens und Englands gegen die französische
Konkurrenz,
Die kolossale Zufuhr von Edelmetallen aus Amerika regte, wie
bekannt, die Goldgier in besonderer Weise an. Man nimmt an, daß
von der Entdeckung Amerikas bis zum Ende des 17. Jahrhunderts der
Vorrat an Edelmetallen in Europa sich etwa vervierfacht hat, und
Spanien speziell suchte in extremster Weise jenen Goldstrom ausschließlich
nach dem eigenen Lande zu leiten und ihn dort festzu-