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hohem Maße. Handelt es sich um Gegenstände, die in beliebiger
Menge leicht neu hergestellt werden können und thatsächlich in der
Volkswirtschaft stets ausreichend geliefert werden, so kann es keinem
Zweifel unterliegen, daß der Wert bestimmt wird durch die Herstellungs-
kosten im weiteren Sinne des Wortes. Die Lieferung hört eben auf,
wenn nicht so viel als Aequivalent dafür erlangt werden kann, als zur
Entschädigung für die aufgewendete Arbeit notwendig ist. Für die
übrigen Gegenstände, die nicht immer in ausreichendem Maße zu be-
schaffen sind, werden die Herstellungskosten dagegen nur die unterste
Grenze bilden, unter welche dauernd die Wertschätzung nicht sinken
kann, während darüber hinaus ein weiter Spielraum bleibt, wie wir bei
Untersuchung der Preisregulierung später ausführlicher darzulegen
haben werden. :
S 7.
Vergleichung der verschiedenen Begriffsdefinitionen
des Wertes.
PFurgot.
Die Grenz-
nutzen-
theorie,
Die Verschiedenheit der Wertdefinitionen, welche noch gegen-
wärtig in unserer Wissenschaft vorhanden ist, scheint uns hauptsächlich
Jarauf zurückzuführen zu sein, daß bald der eine, bald der andere
Faktor überwiegend oder auch ausschließlich als maßgebend für die
allgemeine Wertbestimmung angenommen wird, während stets sämtliche
zusammenwirken, nur daß in dem einen Falle der eine, in dem anderen
Falle ein anderer in höherem Maße ausschlaggebend ist.
Von Turgot wurde der Tauglichkeit des Gegenstandes der ent-
scheidende Einfluß beigelegt, und wir sahen, daß dieses in vielen
7ällen auch durchaus zutreffend ist. Inama-Sternegg hat nachzu-
weisen gesucht, daß im Mittelalter unter normalen Verhältnissen die
Wertschätzung durch die Nutzbarkeit der Gegenstände bestimmt wurde.
Das ist unzweifelhaft in großer Ausdehnung noch jetzt bei den primi-
tiven Völkerschaften der Fall, wo z. B. in den Tropen bei den Neger-
stämmen viel überschüssige Arbeitskraft vorhanden ist, die aufgewendete
Arbeit nicht hoch veranschlagt wird und daher. kein bedeutsames
Moment bei der Wertschätzung ausmacht, Je mehr auf höherer Stufe
der Kultur die gebrauchten Gegenstände allgemein viel Arbeit erfordern,
und die meisten Menschen von ihrer Arbeit leben, muß dieser Faktor
mehr in den Vordergrund treten. Solange noch freie Güter in großer
Menge vorhanden sind, aus denen der größte Teil des Bedarfes ge-
leckt werden kann, wird die Laune des Nachfragenden mehr in Be-
;racht kommen, als in einer Zeit, wo die Welt fortgegeben ist und
in übergroßer Teil des Lebensbedarfs durch Arbeit und Tausch aus
lem Besitze Anderer genommen werden muß,
Das Bedürfnis und die Seltenheit sind neuerdings von Karl Menger
und seiner Wiener Schule, Wieser, Böhm-Bawerk, dann von
Patten, Gide und Anderen nach dem Vorgange von Gossen, Jevons
and Heinrich von Thünen, als entscheidend angenommen in der
Ausbildung der interessanten Grenznutzentheorie. Sie beruht
auf der Voraussetzung, daß auf unserer Kulturstufe die Dringlichkeit
Jes Bedürfnisses in der Privatwirtschaft wie in der Volkswirtschaft
für die Werthöhe bestimmend ist. Die Bedürfnisse stufen sich nach
Jieser Auffassung in ihrer Dringlichkeit ab. Je mehr der Vorrat aus-