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Simon und Fourier, die eine Schule gründeten. In der gleichen
Zeit, z. T. schon früher vertrat in England Robert Owen sozialistische
Lehren, in Deutschland der Philosoph Fichte, mit denen wir uns nun
zu beschäftigen haben.
& 107,
Claude Henry de Saint-Simon und der Saint-Simonismus.
Lowis Reybaud, Etudes sur les röformateurs contemporains ou les socialistes
modernes, St. Simon, Charles Fourier, Robert Owen. II. Bd. Paris 1841.
Lor. Stein, Geschichte der sozialen Bewegung in Frankreich von 1789 bis
auf unsere Tage, III. Bd. Leipzig 1850.
Seb. Charlety, Histoire du Saint-Simonisme, 1825—64, Paris 1896.
Oeuvres de Saint-Simon, publies par Olinde Rodrigues, Paris 1841.
Leben und Der Graf Saint-Simon war in Paris 1760 als Sproß einer der
Schriften, 5]testen und reichsten Familien des Landes geboren. Er erhielt eine
vorzügliche Erziehung und zeigte früh außergewöhnliche Begabung und
großen Ehrgeiz. Angezogen von der freiheitlichen Bewegung der Vereinigten
Staaten, stellte er sich Washington zur Verfügung und
machte den amerikanischen Befreiungskrieg mit, unternahm dann große
Reisen und widmete sich eine Zeit laug großartigen praktischen Plänen,
wie durch einen Kanal Madrid mit dem Meere zu verbinden, ja sogar
die Landenge von Panama zu durchstechen, ohne indessen praktisch
etwas durchzuführen. Die französische Revolution vernichtete seinen
Rang und sein Vermögen, so daß er eine Reihe von Jahren von
1790—97 eine untergeordnete Beamtenstellung annehmen mußte. Da
er einiges Vermögen zurückerhielt, widmete er sich längere Zeit dem
Studium der Politik und Naturwissenschaften und besuchte dabei England
und Deutschland. Auch hierin fand er indessen keine volle Befriedigung
und stürzte sich nun in den Strudel der Vergnügungen, wobei
er in kurzer Zeit das wieder erlangte Vermögen vergeudete und im
Beginne des 19. Jahrhunderts über 40 Jahre alt ein neues Leben beginnen
mußte. Er wandte sich schriftstellerischer Thätigkeit zu. Dabei
mußte er die tiefste Armut kennen lernen, erlangte während seines Lebens
aur geringen Anhang und starb 1825 in den traurigsten Verhältnissen.
Es war ihm selbst nicht gelungen, sein System hinreichend abzurunden
und der großen Masse zugänglich zu machen. Das war erst
seinen Schülern vorbehalten, so daß seine Lehre erst nach seinem Tode
eine gewisse Bedeutung und Verbreitung zu erlangen vermochte. Er
schrieb mit Geist und Phantasie, ließ aber wissenschaftliche Schulung
und daher Klarheit und Konsequenz vermissen. Es war in ihm eine
wunderbare Mischung eines religiösen Schwärmers und idealen Politikers,
der niemals genügend den realen Boden zu gewinnen vermochte. Seine
Hauptwerke sind „Re&organisation de la societ6 europeenne“ 1814,
„Catechisme des industrielles“ und das letzte Werk „Nouveau
Christianisme“, Paris 1825, Durch das Studium der Geschichte auf
die Bedeutung der Industrie aufmerksam geworden, erkennt er, daß
ihr im Staate nicht die Bedeutung zukommt, die sie verdient, wobei er
den Unterschied zwischen Unternehmer und Arbeiter nicht in Betracht
zieht; wie er überhaupt mehr die Mittelklasse als die unterste berücksichtigt
und die erstere zur Herrschaft zu bringen strebt. So stellt er
die berühmt gewordene Frage auf, ob Frankreich mehr verlieren würde,
wenn die 3000 höchstgestellten Personen, die ganze königliche Familie.