Full text: Nationalökonomie (Teil 1)

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selbst die Anwendbarkeit seiner Begriffsdefinitionen auf unsere volks- 
wirtschaftlichen Verhältnisse aus, Sie wird zur Erklärung der That- 
sachen unbrauchbar und hat allerdings wesentlich zur Verwirrung der 
Anschauungen beigetragen. 
Die Summe aller wirtschaftlichen Güter, welche im Kigentum 
einer physischen oder juristischen Person sind, nennen wir Vermögen, 
Dazu gehören nach dem früher Gesagten nicht nur Sachgüter, sondern 
auch Rechte, Pacht-, Patent-, Verlags-, Forderungsrechte. Denselben 
stehen gegenüber Schulden, die von dem Vermögen in Abzug gebracht 
werden müssen, um den Wohlstand einer Person in Geld festzustellen. 
Man spricht auch von Volksvermögen, doch ist der Begriff 
les Vermögens durchaus privatwirtschaftlich aufzufassen und setzt die 
Schätzung in Geld voraus. Der Staat kann deshalb personifiziert als 
Fiskus Vermögen besitzen, so gut wie Schulden haben. Ein Volk 
disponiert aber über eine Menge Güter, die nicht im Verkehre ge- 
schätzt werden können, und doch von großer wirtschaftlicher Bedeutung 
sind, wie natürliche Wasserstraßen, Häfen ete, Außerdem treten, wie 
später noch näher darzulegen sein wird, innerhalb eines Landes Wert- 
erhöhungen ein, welche anscheinend das Volksvermögen steigern, that- 
sächlich aber nur eine Wertverschiebung in sich schließen und daher 
den Wohlstand der Gesamtheit unberührt lassen, wie bei Kurssteigerung 
von Papieren, Erhöhung der Preise des Grund und Bodens und der 
Häuser in den Städten etc. Man wird daher den Ausdruck Volks- 
vermögen nur mit großer Vorsicht anwenden dürfen. 
Vermögen, 
reproduziert werden können, wie Altertümer, Kunstwerke bestimmter Meister etec,, 
durch sehr zufällige Kombinationen bestimmt werden kann, Um ein Ding zu ver- 
kaufen, dazu gehört nichts, als daß es monopolisierbar und veräußerlich ist.“ 
S. 188 ebenda: „Der Wasserfall, wie die Erde überhaupt, wie alle Natur- 
kraft, hat keinen Wert, weil er keine in ihm vergegenständlichte Arbeit darstellt, 
ınd daher auch keinen Preis, der normaliter nichts ist, als der in Geld ausgedrückte 
Wert. Wo kein Wert ist, kann eo ipso auch nichts in Geld dargestellt werden.“ 
S. auch Karl Diehl, Ueber das Verhältnis von Wert und Preis im Ööko- 
aomischen System von Karl Marx. Jena 1898.
	        
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